Im Zusammenhang mit dem Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage in Zuchwil konnten der Kanton und die Kebag (Kehrichtbeseitigungs AG) einige Hürden aus dem Weg räumen: «Zieltermin für die öffentliche Auflage ist der 23. Januar», sagt Stephan Schader, Leiter Nutzungsplanung beim kantonalen Raumplanungsamt.

Für das Neubau-Projekt (Kebag-Enova) habe man konkret Lösungen für drei Bereiche gefunden. Die Bauinstallationsfläche soll nun zwischen der Bahnlinie und der Luterbachstrasse westlich vom Tennisplatz erstellt werden. Ein Teil werde als Parkierfläche sowie für den LKW-Güterumschlag genutzt. Auf dieser Parkierfläche müsse unter Umständen, je nach Belastung, die Oberfläche abgetragen werden. «Noch ist nichts unterschrieben, wir stehen noch in den Verhandlungen mit den Grundeigentümern. Aber natürlich müssen wir Ertragsausfälle übernehmen», erklärt Kebag-Direktor Markus Juchli.

Eine weitere Bauinstallationsfläche ist nördlich der Luterbachstrasse auf dem Neubauareal eingeplant. Hier werden die Anlagen platziert, welche direkt für den Bau der neuen Verbrennungsanlage gebraucht werden.

Kebag soll Kies abtragen

Die zweite zu lösende Knacknuss betrifft den Kiesablagerungsplatz, das Areal, auf dem heute der Kies aus der Emme abgelagert wird und das Wasser abtropfen kann, und auf dem künftig die neue Kehrichtverbrennungsanlage stehen wird. Konzessionär für den Emmenkies-Abtrag ist die Alpiq Hydro AG. Geeinigt habe man sich, dass die Fläche verkleinert und in Richtung östlich der neuen Kebag verschoben werden kann.

Der Platz zwischen Emme und Weg sei ausreichend, so das vorläufige Fazit. Noch wird aber zwischen Kebag und Alpiq verhandelt. «Die Vereinbarung sieht vor, dass künftig nicht eine Drittfirma für Alpiq den Emmenkies bewirtschaftet, sondern wir», erklärt Juchli. Mit dem Risiko, dass die Kebag ein Minus bei einem nicht ausgeglichenen Geschäft tragen muss. Dieses Risiko will Alpiq abtreten, weil die Fläche für die Kiesbewirtschaftung künftig kleiner sein wird.

Ersatz für Rodung

Für die dritte Knacknuss, den Ersatz der Rodungsflächen, habe man nun sogar mehrere Optionen. Gerodet werden müssen 11'000 Quadratmeter. «Ein guter Teil davon wird definitiv gerodet.» Eine Ersatzaufforstung im Kanton Bern, die Kebag Zuchwil verwertet ja auch Abfall aus dem Bernischen, wird nun, nach Schwierigkeiten mit den Behörden, nicht mehr in Betracht gezogen.

Die Kebag verhandelt mit diversen Solothurner Gemeinden und hat mehrere Flächen im Visier, welche sich für eine Ersatzaufforstung eignen würden. Dabei ist sie mit Solothurner Bürgergemeinden in Verhandlungen. Andererseits kann möglicherweise auch der Kanton eine Fläche anbieten. «Es handelt sich um eine Deponie in Gunzgen.» Dort sei der Sanierungsbedarf aber noch nicht abgeklärt. Laut Bund könne die Ersatz-Aufforstung zeitlich bis nach der Sanierung der Deponie geschoben werden.

In Verhandlung steht die Kebag Zuchwil zudem mit den Betreibern der übrigen schweizerischen Kehrichtverbrennungsanlagen. Dabei geht es um den Bau einer Zinkrückgewinnungsanlage. Diese soll neu die Asche aller schweizerischen Anlagen behandeln und verwerten.