Hanspeter Bärtschi hat eine Serie mit sieben Bilder eingeschickt - und den Preis abgeräumt. Es sei das erste Mal gewesen, dass er sich für den Medienpreis Aargau/Solothurn beworben habe, sagt der leidenschaftliche Fotograf.

Doch warum gerade Fotos von der Papierfabrik Biberist? «Wir hatten viel über die Schliessung der ‹Sappi› berichtet. Und plötzlich waren die Leute weg», erzählt Bärtschi. Er hatte die Chance gesehen und genutzt, in die leere Fabrik zu gehen. «Das war unwahrscheinlich eindrücklich. Alles war noch so aufgeladen von den Arbeitern. Es war auch so ruhig und es gab kein Licht.» Der Preisträger sieht eine Art «morbide Ästhetik» im Ganzen.

Über den Preis freut er sich sehr. «Das ist sehr schön, wenn man so eine Anerkennung bekommt.» Vor allem über die Reaktionen der Leute freue er sich sehr. Viele hätten gemeint, dass der Preis schon lange fällig sei.

Gerne nah bei den Menschen

Seine Wurzeln hat der in Bern wohnende Hanspeter Bärtschi im Kanton Solothurn, genauer gesagt in Grenchen. Vor 12 Jahren hat er beim Langenthaler Tagblatt angefangen und vor einigen Jahren zur Solothurner Zeitung gewechselt. «Ich bin sehr gerne Fotograf im Lokaljournalismus», so Bärtschi über seine Arbeit, «dann bin ich nah an den Leuten».

Doch vor der Fotografie hat er die Mikromechanik-Ausbildung, zwei Stages in der Entwicklungszusammenarbeit und die Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert. Erst danach hat er angefangen, nebenbei zu fotografieren. Irgendwann hat er dann ganz auf die Fotografie gesetzt.

Bärtschi mag die Arbeit auf der Redaktion. «Es ist eine eingeschworene Gruppe, die zusammen ein Produkt herstellt.» (ldu)