Soviel vorneweg: Die 30. Sportpreisfeier des Kantons Solothurn in der Mehrzweckhalle Inseli in Niedergösgen lief ohne Zwischenfälle ab. Wie erwartet – und doch sehr zur Freude von Peter Gomm, wagte doch der Landammann zu Beginn seiner Einstiegsrede den Sprung zur aktuellen sportpolitischen Lage in unserem Kanton, ja der ganzen Schweiz. «Alle Ausgezeichneten haben nationales Spitzenformat – man kann sagen, sie sind super. Im Fussball würden sie national alle in der Super League spielen, oder wären nur einen kleinen Schritt davon entfernt.»

Und deshalb, so das Geburtstagskind, freue er sich, alle Anwesenden unvermummt, ohne «Bsetzischtei» in der Hand und auch ohne Knall- und Rauchpetarden zu sehen. «Ich kann auch bestätigen, dass hier drin niemand ein Rayonverbot hat. Ihr seid echte Sportfans.»

«Auf gutem Weg» – trotz Lücken

Und so stand in der Folge die Würdigung der hoffnungsvollen, erfolg- und verdienstreichen Solothurner Sportler im Mittelpunkt. Zwölf Preise in drei Kategorien im Gesamtwert von Fr. 79 000.– wurden vergeben, in ganz verschiedenen Sparten – auch dem Fussball mit dem Grenchner Arxhend Cani. Ausgezeichnet wurde mit Sandro Perrenoud (18) aber auch ein junger Snowboardcrosser.

Aus der nur rund 150 Einwohner grossen Exklave Steinhof stammend, verbrachte er die letzten vier Jahre in Davos, wo er am Skigymnasium beste Bedingungen vorfindet, seine Karriere voranzutreiben. «Es ist schön zu sehen, dass unser Sport auch für andere einen gewissen Stellenwert hat», meinte Perrenoud zur Bedeutung des Sportförderpreises. «Wenn man immer unter den gleichen Sportlern ist, merkt man gar nicht so richtig, dass man immer besser wird.»

Perrenoud und der ebenfalls ausgezeichnete Gerlafinger Tim Hug (26, Nord. Kombination) gehören in die Kategorie der «Flachländer» im Wintersport, mit allerdings unterschiedlicher Unterstützung durch den Kanton. Während Perrenoud in Davos das Schulgeld entrichtet wird, steht Hug finanziell fast gänzlich auf den eigenen Beinen und zeigte sich, nicht zuletzt deshalb, entsprechend erfreut über die sportliche, aber auch finanzielle Anerkennung: «Das ist ein willkommener Zustupf, den ich in zusätzliches Material stecken kann.»

Unmittelbar nach Beendigung der obligatorischen Schulzeit für Ausbildung und Sport nach Einsiedeln gezogen, zählt Hug zu jener Gruppe, welche vom zu grobmaschigen Sportförderkonzept nicht aufgefangen worden ist. «Wir haben Lücken», gestand denn auch Reto Schläppi, Präsident der kantonalen Sportkommission, ein. «Innerhalb des Kantons Solothurn ist die Sportförderung aber sicher auf einem guten Niveau.» Mit der Sportklasse oder der Sportlerlehre als zentralen Bausteinen.