«Mini Beiz, dini Beiz»

Fünf Solothurner stellen ihre Lieblingsbeizen vor – welche gewinnt?

Während einer Woche haben fünf Solothurner ihr liebstes Restaurant in der SRF-Serie «Mini Beiz, dini Beiz» vorgestellt und Punkte verteilt. Ins Rennen gehen das «Chappeli» in Grenchen, «Srignags» in Derendingen, das «Zunfthaus zu Wirthen» und das «Biondo» in Solothurn sowie der Kriegstetter «Sternen».

Fünf Restaurants wurden von Stammgästen für die SRF-Serie «Mini Beiz, dini Beiz» vorgeschlagen. Diese Woche sind nun das «Chappeli» in Grenchen, «Srignags» in Derendingen, das «Zunfthaus zu Wirthen» und das «Biondo» in Solothurn sowie das Kriegstetter Romantik-Hotel Sternen im Wettstreit gegeneinander angetreten.

In welcher Beiz ist das Ambiente am schönsten, das Essen am leckersten und wo stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis am meisten?

Jeder der fünf Stammgäste verteilt in den anderen Restaurants Punkte. Die Beiz mit den meisten Punkten gewinnt am Schluss.

Tag 1: Chappeli

Corinne Meier startet in die Woche. Zum ersten Mal war die 45-jährige Schulleiterin an ihrem Hochzeitsessen im Restaurant Chappeli. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie treuer Gast geblieben ist. «Das ‹Chappeli› mag ich wegen dem feinen Essen und wegen Janine und Christoph», sagt Corinne. Die Wirte und ihr Stammgast wollen den Wettbewerb gewinnen, weil sie «einfach, ehrlich und gut» sind.

Apéro gibts draussen im Garten. Es gibt «Chappeli»-Bier, ein Frauen-Bier, heisst es. Die Gäste finden es eine gute Idee, das Hausgetränk zu kredenzen – und munden tut es offenbar auch. Zum Essen gibt es 2erlei vom Jura Kalb mit Kartoffelstock und zum Abschluss ein lauwarmes Pistazienküchlein mit Sauerrahm-Glacé. Beim Dessert hat sogar Stammgast Corinne mitgeholfen.

Den geschmorten Kalbsschwanz und das gebratene Kalbnierenstück zum Hauptgang finden die Gäste mutig. Urs ist begeistert: «Ich habe gehofft, dass etwas dabei ist, das ich noch nie gegessen habe.» Auch die anderen sind dann positiv überrascht vom Geschmack. «Fein, zart, geschmackvoll», meint Isabel. Auch der süsse Abschluss kommt gut an. 

Es geht an die Bewertung: Insgesamt gibt es 34 Punkte. 

Tag 2: Wirthen 

An Tag zwei verschlägt es die Esser ins älteste Gasthaus der Stadt Solothurn. 1467 wurde es erbaut. Stammgast Urs liebt das «Zunfthaus zu Wirthen», weil sich in ihm «Gelassenheit und Zufriedenheit» ausbreitet, sobald er das heimelige Restaurant betritt. Zudem sei die Küche fantastisch. Die beiden wollen den Wettbewerb gewinnen, weil der Schlüssel zum Erfolg die Zufriedenheit des Gastes sei.

Zum Apéro wird ein Lindenblüten-Zitronengras-Sirup mit Prosecco und Früchten serviert. Zur Vorspeise gibt es ein Solothurner Wysüppli, eine der Spezialitäten des Hauses und die Leibspeise von Urs. Die Suppe kommt an. Einige der Frauen haben es nicht so mit den Gemüsestreifen, die sich nicht gut auf dem Löffel halten wollen. 

Stammgast Urs, ein 33-jähriger Projektleiter und Webentwickler, und Wirt Chris van den Broeke haben sich für den Abend eine Überraschung überlegt. Diese folgt nach der Suppe in der Gestalt von Stadtführerin Marie-Christine Egger als Nachtwächterin. «Frauenzimmer in der Beiz, ihr seid Luder», greift sie die vier Frauen am Tisch an. 

Auf diesen Schreck folgt ein flambierter Spiess mit Schweinsfiletmedaillons und Speck und dazu Kartoffelgratin, Gemüse und Morchelrahmsauce. «Perfekt», lautet das Urteil der Esser.

Es geht an die Bewertung: Insgesamt gibt es 35 Punkte. 

Tag 3: Srignags

Es wird exotisch. Pech für Elsbeth, die so gar kein Curry verträgt, wie sie schon an Tag 1 verraten hat. 

Isabelle Huser hingegen liebt Indien und isst sicher einmal in der Woche im Derendinger «Srignags». Die 49-jährige kaufmännische Angestellte kennt Wirtin Regula, die das Restaurant zusammen mit ihrem Mann Sebi führt, bereits seit zirka 30 Jahren. Die drei wollen als Sieger hervorgehen, weil sie Farbe ins Leben der anderen hineinbringen.

Es wird farbig und feurig. Zuerst einmal gibts aber Prosecco mit Mango- und Rosensirup. Der Drink ist gut, überzeugt aber nicht besonders. Mango kommt auch bei der Vorspeise zum Zug – und zwar in der Sauce am grünen Salat. Dort überzeugt die Frucht total.

Für den Hauptgang stehen auf dem Tisch fünf verschiedene Currys in einzelnen Schüsseln. Pouletcurry mit Mohnsamen, Gemüsecurry, Lamm im Spinat, Crevetten in Kokosnuss... Elsbeth ihrerseits muss noch auf ihr curryloses Poulet warten. «Umgehauen» hat es sie nicht. Die Curry-Esser sind überzeugt. 

Es geht an die Bewertung: Insgesamt gibt es 32 Punkte fürs Srignags.

Tag 4: Sternen

Einen Stammplatz in ihrem Lieblingsrestaurant Sternen in Kriegstetten möchte sich Elsbeth Häfliger nicht aussuchen. Es gäbe zu viele schöne Ecken in dieser Beiz. Das erste Mal war sie im «Sternen» an der Fasnacht vor etwa 20 Jahren – zum Mehlsuppen-Essen. Die 51-jährige Coiffeuse schätzt die Gastfreundschaft im Haus. Sie selbst hat die Tischdekoration gleich selbst mitgebracht.

Im Romantiksaal wird zum Start in den Abend ein «Stärne Sprizzz Haus-Schaumwein» angeboten. Ein leichter Nachgeschmack von Hefe wird bemängelt. Plötzlich taucht die Krebszunft auf und spielt ein Ständchen. «Die Krebszunft gehört zu Kriegstetten wie die Krebskilbi oder der ‹Sternen›», meint Elsi, die selbst einmal bei der Zunft dabei war. 

Wie an Tag 2 in der «Wirthen» steht ein Solothurner Wysüppli auf dem Menü. Allerdings kredenzt der Koch eine «Spielerei» rundherum. Es gibt also eine Suppe im Glas und dazu Gemüse und Geflügelroulade. Die Portion wird vom Mann in der Runde als zu klein betitelt.

Zum Hauptgang präsentiert Koch Pierre Kalbs-Tagliata mit Eierschwämmchen, Kartoffelsäckchen und Ofengemüse. Die Esser sind begeistert vom Gericht. «Leckere Kombination», sowohl optisch, wie auch geschmacklich «hervorragend». 

Es geht an die Bewertung: Insgesamt gibt es 32 Punkte für den Sternen. 

Tag 5: Biondo

Corinne Guldimann kennt den Koch des Biondo von seinem ehemaligen Lokal in Deitingen. Die 46-jährige Bankangestellte war so fasziniert von der Kochkunst des gebürtigen Italieners, dass sie ihm in sein neues Restaurant an der Aare folgte. Sizilianische Köstlichkeiten kommen hier auf den Tisch.

Typisch italienisch gibt es einen Aperol Spritz zur Einstimmung. Hier geht die Einschätzung auseinander. Der einen ist es zu süss, die andere findet es einfach super. 

Als Antipasti präsentiert der Koch ein Parmigiana a la manzana – mit Scheibenmozzarella überbackene Aubergine. «Das hat das ganze Gericht zerstört», urteilt Urs. Die Frauen mögen das Gericht jedoch.

Danach gibt es Spaghetti Biondo mit Aubergine und Tomaten, serviert in der halben Champagnerflasche. Die etwas andere Art bringt Pluspunkte. «Super leckere Sauce», so Corinne Meier.

Es geht an die Bewertung: Insgesamt gibt es 29 Punkte fürs Biondo. 

Damit steht der Sieger fest: Das «Zunfthaus zu Wirthen». (ldu)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1