Förderpreise 2020

Fünf Geförderte zeigen ihre Arbeiten in einem Haus

Die Förderpreisträger 2020 des Kantons für Bildende Kunst und Fotografie zeigen im Künstlerhaus S11 Arbeiten.

Martin Rohde, Vorstandsmitglied des Künstlerhauses S11 in Solothurn ist ziemlich zufrieden. «Die Kunstschaffenden, die wir in dieser Ausstellung präsentieren, sind für uns im Künstlerhaus keine Unbekannten. Schon früher sind wir auf einige von ihnen aufmerksam geworden und das beweist uns, dass wir mit unserem Programm auf der richtigen Spur sind.»

Es sind fünf Kunstschaffende, der Bereiche Bildende Kunst und Fotografie, welche der Kanton Solothurn in diesem Jahr ausgezeichnet hat. In ihrer Auszeichnung ist nämlich enthalten, dass sie m Künstlerhaus an einer Gruppenausstellung teilzunehmen können. So teilen sich Sabine Affolter, Céline Bessire und Matthias Winter, Sybill Häusermann und Jakob F. Rieder je eine Etage im Künstlerhaus an der Schmiedgasse 11, und präsentieren ihre Arbeit.

Jakob F. Rieder und seine Malerei

Da ist einmal der Bildende Künstler Jakob F. Rieder (*1987) aus Solothurn. Er wurde einem breiteren Publikum im «Freispiel» des Kunstvereins Solothurn anlässlich der Jahresausstellung 2018 näher bekannt gemacht. Auch im Künstlerhaus war er in diesem Sommer schon einmal präsent. Ein Förderpreis, wie jener des Kantons Solothurn, mache sich vor allem im Lebenslauf eines Künstler gut, meint Rieder.

Sehr wichtig ist ihm, dass das Publikum Zugang zu seinen Bildern findet. «Ich interessiere mich stark für die Räumlichkeit, für das Verhältnis des Betrachters zum Bild.» Er recherchiere im Vorfeld philosophische und physikalische Fragen, bevor er seine Bilder, die eine ganz eigene Tiefe aufweisen, malt. «Es ist eine sehr intelektuelle Herangehensweise ans Bild», sagt er selbst.

Eine Technik, die eher an den Akt des Programmierens, als des reinen Malens denken lässt. Und doch ist die haptische Arbeitsweise, der dünne oder breite Pinselstrich erkenn- und spürbar. Ähnlich verhält es sich bei seiner Farbwahl. «Es ist mir wichtig eine Balance zwischen dem intellektuellem und dem malerischen Prozess herzustellen», sagt er.

Schmerzen mit Fotografien sichtbar machen

Ein Stockwerk weiter sind die Fotoarbeiten der Kommunikationsdesignerin Sabine Affolter (*1968) zu sehen. In Lüterkofen geboren, lebt und arbeitet sie inzwischen in Bern. Zusammen mit Katja Rüfenacht lancierte sie das Projekt Dolografie. Eine mehrfach ausgezeichnete Visualisierung von Schmerzen. Anhand von Bildkarten wird versucht, ein gezieltes und differenziertes «Bild» eines Schmerzes bei einem Patienten zu erfragen. Bereits rund 500 Ärzte und Therapeuten verwenden dieses aussergewöhnliche Kommunikationsinstrument.

Das Architektur- und Künstlerduo Céline Bessire (*1987) und Mathias Winter (*1986) leben und arbeitet in Feldbrunnen. Ihre Arbeit «In-Stasis» zeigt ein auf den ersten Blick, ansprechend eingerichtetes Esszimmer. Doch bei näherem Hinsehen zeigen sich Brüche, Ungereimtheiten und Brutales. Die ganze Welt ist aus den Fugen, doch im häuslichen Umfeld soll alles seinen gewohnten Gang gehen, fragt das Künstlerduo. Eben nicht, ist ihre Antwort.

Sybill Häusermann (*1982), bildende Künstlerin, in Flüh aufgewachsen und derzeit in Bern lebend, zeigt eine multmediale Arbeit. Auf drei Bildschirmen ist sie selbst zu sehen, wie sie den Mythos «Die Büchse der Pandora» interpretiert. Es sei ein Versuch, Muster und frauenfeindliche Werte in der Geschichtsschreibung aufzubrechen, sagt die Künstlerin. Kuratiert wurde diese Ausstellung von Stefanie Steinmann (*1984), Mitarbeiterin im Künstlerhaus S11, die 2020 einen Preis für Kulturvermittlung des Kantons Solothurn erhalten hatte.

Bis 20. Dezember.

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