Solothurn

Fünf Firmenansiedlungen im ersten Halbjahr dank Greater Zurich Area

Wirtschaftsförderin Karin Heimann sieht keine bessere Alternative zur Mitgliedschaft bei der Standortpromotorin GZA. Archiv

Wirtschaftsförderin Karin Heimann sieht keine bessere Alternative zur Mitgliedschaft bei der Standortpromotorin GZA. Archiv

Gute Nachrichten: Fünf ausländische Unternehmen haben sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres dank den Aktivitäten der Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area (GZA) im Kanton angesiedelt.

Zwei davon haben sich explizit wegen der Nähe zum Wirtschaftsraum Basel in Dornach niedergelassen, zwei in der Region Olten und eine in der Region Solothurn, wie Karin Heimann, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung, auf Anfrage präzisiert. Die Firmen – Namen werden keine bekannt gegeben – seien in den Branchen Grosshandel, Dienstleistungen und Informatik tätig. Bis in fünf Jahren sollen die Unternehmen 78 neue Arbeitsplätze in den Kanton bringen. Insgesamt konnte die Non-Profit-Organisation GZA im ersten Halbjahr 43 Unternehmen im «Grossraum Zürich» ansiedeln, wie sie kürzlich bekannt gab.

Keine bessere Alternative

«Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis», kommentiert Heimann weiter. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf das vergangene Jahr, in welchem die GZA zwar 91 Firmen ansiedeln konnte, leider aber keine im Kanton Solothurn. «Die Mitgliedschaft kostet jährlich 130000 Franken. Diese Investition lohnt sich auf jeden Fall», ist Heimann überzeugt. Mit den verfügbaren Mitteln gebe es keine bessere Alternative als die Mitgliedschaft bei der GZA, um sich im internationalen Ansiedlungsgeschäft zu beteiligen.

Profitiert vom Aargauer Ausstieg?

Der Aufbau einer eigenen international bekannten Marke «Kanton Solothurn» wäre zu teuer. «Erfolgversprechender und kostengünstiger sind Kooperationen mit Marken, die sich bereits auf dem Markt international etabliert haben», glaubt Heimann. Deshalb setze die Solothurner Wirtschaftsförderung bei der internationalen Standortpromotion auf die Zusammenarbeit mit dem nationalen Standortmarketing Osec sowie eben seit 2002 mit der international tätigen Organisation Greater Zurich Area.

Inwieweit der Kanton Solothurn vom Austritt des Kantons Aargau aus der GZA-Organisation vor anderthalb Jahren profitiert, kann nicht schlüssig beantwortet werden. Jedenfalls liegt es auf der Hand, dass der Wirtschaftsstandort Solothurn nach dem Ausstieg des Nachbarkantons bessere Karten in der Hand hält, wenn ausländische Unternehmen bei der GZA anklopfen und einen Standort explizit im Mittelland suchen.

1400 Arbeitsplätze in Aussicht

Insgesamt kann die Solothurner Wirtschaftsförderung eine gute Bilanz ausweisen. Grundsätzlich seien Ansiedlungen ein volatiles Geschäft und von vielen Faktoren abhängig, sagt Heimann. So schwankt die jährliche Zahl der niedergelassenen Firmen in den vergangenen fünf Jahren, also von 2007 bis 2011, zwischen drei und zehn. Insgesamt habe die kantonale Wirtschaftsförderung in dieser Periode 26 Firmenansiedlungen aktiv begleitet, erläutert Heimann. Die Firmen stammten sowohl aus anderen Kantonen sowie aus dem Ausland. «Mittelfristig haben die Unternehmen zusammen 1415 neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt.» Ob diese dann alle auch wirklich geschaffen werden, wird sich aber noch weisen müssen.

Weniger Neugründungen

In diesen Zahlen nicht inbegriffen sind die Neugründungen von Firmen. Dort sieht die Bilanz für die ersten sieben Monate 2012 weniger positiv aus. Nach Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes Dun&Brad-street von gestern ist die Zahl der Neugründungen im Kanton Solothurn gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 516 gesunken.

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