Zentralbibliothek Solothurn
Früher wurde im Zetter-Haus getanzt, jetzt wird referiert

Nach fünfmonatiger Umbau-Zeit wurde der sogenannte Querbau des Zetter-Hauses wieder eröffnet. Entstanden ist ein nigelnagelneuer Mehrzwecksaal, in dem ungefähr 50 Personen bequem Platz finden.

Fränzi Rütti-Saner
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Peter Probst, administrativer Direktor der Zentralbibliothek Solothurn, im neu renovierten «Quersaal».

Peter Probst, administrativer Direktor der Zentralbibliothek Solothurn, im neu renovierten «Quersaal».

fg

«Wir werden hier künftig unsere Publikums- oder internen Veranstaltungen durchführen können», freut sich Peter Probst, Direktor der Zentralbibliothek Solothurn, allgemein-öffentlicher Bereich und Administration. Der Saal ist mit Beamer, Abdunkelungsmöglichkeit, EDV-Anschlüssen und einer drahtlosen Mikrofon-Anlage eingerichtet. Neue, schallgedämpfte Fenster, ein neuer Boden und eine neue Isolation sorgen für bestes Raumklima.

«Insgesamt kostete die Renovation 200'000 Franken», erklärt Probst. «Gemäss unseren Stiftungsvereinbarungen übernimmt der Kanton davon zwei Drittel, die Stadt Solothurn ein Drittel. Besonders gut ist, dass wir den Saal losgelöst vom Bibliotheksbetrieb nutzen können, denn der Zugang ist direkt vom ehemaligen Zetter-Haus her möglich», sagt Probst.

Er weist aber noch auf einen Wermutstropfen hin. «Das Treppenhaus ist bis jetzt nicht behindertengerecht. Ein Treppenlift wird aber sicher noch eingebaut.» Der sogenannte Querbau wurde wahrscheinlich früher als Tanzsaal genutzt, erklärt Probst weiter. Das rund 200-jährige Haus war der Sommersitz der Familie Zetter.

Immer wieder anders genutzt

1958 wurde das Haus in die Zentralbibliothek integriert. Im betreffenden Saal wurde zunächst die Kinder- und Jugendbibliothek untergebracht. Ab 1986 wurde hier ein kleineres Buchmuseum eingerichtet. Doch die Lichtverhältnisse sowie die klimatischen Bedingungen waren für museale Bedürfnisse nicht geeignet. «Die wirklich wertvollen Buchbestände sollten sicherer gelagert werden», sagt Probst und verweist auf das künftige Projekt für die Gesamtsanierung der Zentralbibliothek.

«Wir haben ein spruchreifes Projekt in der Schublade. Wenn alles klappt, sollte im Jahr 2016 eine Volksabstimmung für den 20-Mio.-Neubau durchgeführt werden und bis 2020 die neue Zenti wieder in Betrieb genommen werden können.» Im kommenden Frühjahr wird jedenfalls mit dem Bau des Tiefmagazins unterhalb des Parks neben dem Zetter-Haus begonnen.

Die geplante Gesamtsanierung beinhaltet eine Aufstockung des Gebäudes aus dem Jahr 1958 sowie die Sanierung aller Bibliotheks-Räumlichkeiten. Probst meint dazu: «Unser Haus läuft gut. Die Besucherzahlen sind erfreulich. Jetzt ist es an der Zeit, die Zenti Solothurn den neuen Besucher-Wünschen anzupassen. Ich selbst erlebe das dann aber nicht mehr als Direktor. In drei Jahren werde ich pensioniert.»