Brustkrebs

Früherkennung kann entscheidend sein

Brustkrebs soll frühzeitig erkannt werden (Archiv)

Brustkrebs soll frühzeitig erkannt werden (Archiv)

Referate, pinkfarbige Wunschlichter und rosarote Luftballons: So solidarisieren sich die Krebsliga Solothurn und die Solothurner Spitäler AG mit Menschen, die an Brustkrebs erkrankt sind.

Traditionsgemäss ist der Monat Oktober international dem Thema Brustkrebs gewidmet. Im Rahmen der nationalen Kampagne «Die Schweiz sieht Pink – wir bekennen Farbe» lud die Krebsliga zu einer Informationsveranstaltung in Solothurn ein. An die 100 Personen – Betroffene und Interessierte – drückten zusammen mit Fachärzten die Hoffnung aus, dass die Massnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs und die Fortschritte der Medizin das Leiden der Betroffenen mildern können.

Mehr als 5500 Frauen und rund 40 Männer erkranken in der Schweiz jährlich an Brustkrebs. 1300 sterben daran. Die anderen können nur hoffen, dass die Krankheit nach erfolgter Behandlung nicht wieder ausbricht. Frauenärztin Franziska Maurer-Marti widerlegte an der Veranstaltung die Meinung, Brustkrebs sei eine neuzeitliche Erscheinung. «Wer Malereien im Louvre betrachtet, erkennt, dass Brustkrebs bereits in früheren Zeiten ein Thema war.»

Heute wisse man aber auch, dass die Krankheit in Industrieländern öfter vorkomme als in Ländern, in denen fettarm gegessen werde. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, der Verzicht aufs Rauchen und der Abbau von Übergewicht seien wesentliche Faktoren, um dem Brustkrebs entgegenzuwirken. «Auch Masshalten beim Alkoholkonsum erhöht die Chance, nicht an Brustkrebs zu erkranken», gab die Chefärztin der Frauenklinik im Bürgerspital zu bedenken. Sie räumte aber auch ein, dass Brustkrebs genetisch bedingt sein kann. Zur Prävention gehört laut Maurer aber auch der Sport. Die Ärztin hat aus diesem Grund am Bürgerspital für Betroffene eine Krebssportgruppe ins Leben gerufen, die auf grosses Interesse stösst. «Sport fördert das Wohlbefinden und hilft gegen Depressionen, die bei Brustkrebskranken öfters auftreten.»

Primäres Ziel ist Brusterhaltung

Was den Brustkrebs an sich betrifft, hat sich Früherkennen aus Sicht der Ärztin als wesentlich wirksamer erwiesen als Selbsterkennen. Eine Mammografie sei zwar schmerzhaft, doch der beste Weg, um einen Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Bei den Therapien und auch bei der Operationstechnik habe man grosse Fortschritte gemacht, verbreitete Maurer Zuversicht. «Wir arbeiten immer brusterhaltend. Eine Entfernung wird heute nur noch in seltenen Fällen in Betracht gezogen.» Was die Strahlentherapie betreffe, könne heute eine zielgenaue Diagnose gestellt werden. Schwieriger werde es, wenn sich die Wächterlymphknoten nahe bei einem bösartigen Tumor befänden.

Mit den Risikofaktoren befasste sich auch der Onkologe Thomas Egger, der im kommenden Jahr seine Privatpraxis aufgeben und ins neu entstehende Onkologiezentrum im Bürgerspital wechseln wird. «Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt beim Älterwerden.» Betroffen seien Menschen zwischen 50 und 69 Jahren. «Ab dem 70. Altersjahr liegt die Möglichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, sogar bei 30 Prozent.» Egger befasste sich zudem mit der Frage, ob eine Hormon-, Chemo- oder Antikörperbehandlung nützlicher sei.

Martin Häusermann, CEO der Solothurner Spitäler AG, begrüsste derartige Informationsveranstaltungen. «Sie helfen Tabus überwinden und führen dazu, dass man über die Krankheit redet.» Seit August verfügt das Bürgerspital mit Cornelia Staub auch über eine Breast Care Nurse, die die Patienten durch alle Stationen der Behandlung begleitet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1