Die Wetterlage der vergangenen Wochen wirkt sich auf die Landwirtschaft schlecht aus. Die Felder zahlreicher Bauern sind vom Kältefrost betroffen, welcher die Ernte grösstenteils unbrauchbar macht. «Auch der Versuch, die Felder abzudecken, ist nicht immer erfolgreich», bestätigt Hans-Ulrich Müller, Besitzer eines Bio-Hofs in Bibern.

Auf seinem Hof baut er unter anderem Erdbeeren an. Diese haben unter der Kälte der letzten Tage gelitten. «Über die Hälfte davon ist über Nacht eingefroren und folglich nicht mehr zu gebrauchen», erklärt er. Auch der Salat und die Kartoffeln seien nicht im besten Zustand. Der Solothurner Landwirt sagt, dass nicht nur er aufgrund des Kältefrosts besorgt sei: «Meinen Kollegen im Tessin und Wallis geht es gleich, wenn nicht schlechter.»

Hoffnungsvoll in den Frühling

Obwohl der aktuelle Kältefrost zahlreichen Bauern einen Strich durch die Rechnung macht, geben sie ihre Hoffnung nicht so schnell auf. «Wir versuchen, die Felder bestmöglich abzudecken und somit das Gefrieren der Blüten zu verhindern», sagt Hans-Ulrich Müller. Dennoch sei dies nur partiell effektiv. 

Müller bedauert, dass er am diesjährigen slowUp am kommenden Sonntag im Bucheggberg keine Erdbeeren verkaufen kann. «Unsere Erdbeeren waren jedes Jahr aufs Neue ein Verkaufsschlager. Zu allem Unglück wird das dieses Jahr nicht der Fall sein.» Aufgrund der Kälte hätte er gar keine Erdbeeren, die er verkaufen könnte. Alternativ würden die Besucher des slowUp diesen Sonntag Äpfel und Himbeeren erwarten.

Einrichtung gegen Frost

Wenn das Wetter nicht mitspielt, müssen sich die Bauern selbst zu helfen wissen. Daniela und Christian Wittwer sind Besitzer einer Obstanlage in der Nähe des Flugplatzes in Grenchen. Sie kamen dem Kälteproblem mit einer neuen Einrichtung entgegen: Sie setzten für den Schutz der Blüten letzte Woche zum ersten Mal eine Frostschutzeinrichtung ein. Die Bäume werden hierbei in der Nacht ununterbrochen mit Wasser berieselt. Das Wasser wird zuvor aus der Aare abgepumpt.

«Die Anlage war auf jeden Fall erfolgreich. Die Blüten sind grösstenteils ohne Schaden davongekommen», berichtet Daniela Wittwer. «Die Bewässerungsanlage war schon installiert. Deshalb ist der grösste Nachteil nur, dass man in der Nacht unterwegs sein muss.» Es sollte nämlich keine Unterbrechung in der Bewässerung geben. Jedoch würde die Anlage bei Temperaturen unter null Grad auf jeden Fall wieder zu Nutzen kommen.

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Temperaturen sollen steigen

Dennoch ist die Landwirtin zuversichtlich, was das Wetter anbelangt und hofft, dass der Gebrauch der Einrichtung in den nächsten Tagen gar nicht erst nötig sein wird. Auch Hofbesitzer Hans-Ulrich Müller zeigt sich gelassen. Denn nach dem voraussichtlich letzten Frosttag am Donnerstag sollte es mit den Temperaturen endlich wieder bergauf gehen.