«Heuimporte aus dem Ausland dienen hier als Notlösung, beispielsweise bei schwierigen Wetterbedingungen wie im Hitzesommer 2003», beruhigt Robert Flückiger. Der Direktor des Bildungszentrums Wallierhof nimmt damit Stellung zu Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Diesen zufolge wurden letztes Jahr auch rund 22 Tonnen Heu aus dem ostafrikanischen Eritrea in die Schweiz importiert (wir berichteten). «Obschon die Sommermonate 2011 auch sehr trocken waren, gab es glücklicherweise immer noch einen Regengutsch zum richtigen Zeitpunkt», ergänzt Flückiger.

Anders sehe die Situation in der Westschweiz aus. Dort habe man letzten Sommer wegen der Wettergegebenheiten mit einer sinkenden Heuproduktion zu kämpfen gehabt und gezwungenermassen Heu importieren müssen. Nach Flückigers Wissen kam dieses aber vorzugsweise aus dem Nachbarland Frankreich.

Mehr Land als Kühe

Bauernsekretär Peter Brügger vom Solothurner Bauernverband pflichtet dem bei und weist auf den tiefen Siebsatz im Kanton hin: «Wenn man die landwirtschaftliche Nutzfläche für Tierhaltung und Heuproduktion ganzheitlich über den Kanton Solothurn betrachtet, hat es mehr Futterfläche als Tiere. Solothurner Bauern haben in den allermeisten Fällen genügend Heu und können sogar ihren Überschuss in andere Kantone exportieren.» Ausnahmen gebe es laut Brügger immer, «es sind aber Einzelfälle im Kanton, die auf Heuimporte zurückgreifen müssen und wenn, dann in geringen Mengen». (CHF)