Interpellation

Fremdsprachige Kinder sollen intensiv Deutsch lernen

Schon für die Kleinsten gibts Deutschkurse. (Archiv)

Schon für die Kleinsten gibts Deutschkurse. (Archiv)

Die FDP fordert vom Solothurner Regierungsrat eine striktere Umsetzung von Förderprogrammen für fremdsprachige Kinder – vor dem Kindergarten und im Schulbereich.

Fremdsprachige Kinder, die zu Beginn der obligatorischen Schulzeit noch nicht gut Deutsch können, stören den Regelunterricht, findet die FDP. Der «Handlungsdruck auf die Eltern», welche die Verantwortung nur auf die Schule «abschieben» oder keinen Gebrauch von Förderprogrammen machen, solle erhöht werden.

Deshalb forderten die Freisinnigen den Solothurner Regierungsrat auf, zu drei Fragen bezüglich Frühförderung – diese beginnt zwei Jahre vor Eintritt in den Kindergarten – Stellung zu nehmen.

Die FDP wollte wissen, ob sich die Regierung vorstellen könnte, den Besuch von Spielgruppen oder Kindertagesstätten für fremdsprachige Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen zum Obligatorium zu machen. Zudem erkundigte sie sich, wie die Regierung zur Einführung von zusätzlichen Intensivkursen während der obligatorischen Schulzeit steht, sofern die bestehenden Förderangebote nicht ausreichen.

Pilotprojekt in Planung

Im Kanton Basel-Stadt ist der Besuch von einer Spielgruppe, Kindertagesstätte oder Tagesfamilie an zwei Halbtagen die Woche für Kinder, die 18 Monate vor Kindergarteneintritt noch nicht genügend gut Deutsch sprechen, obligatorisch. Dieses Modell werde begrüsst, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme.

Eine Studie der Universität Basel zeige, dass der Rückstand der Kinder dadurch deutlich verringert werden könnte. Deshalb strebe die Regierung eine gesamtkantonale Einführung dieses Angebots an. «Wir können uns vorstellen, in Zusammenarbeit der beiden beteiligten Departemente mit Pilotgemeinden eine Umsetzung zu erproben», schreibt der Regierungsrat. Dieser Versuch wäre für die Eltern entgegen der Forderung der FDP nicht kostenpflichtig.

Förderung während der Schulzeit

Im bestehenden System ist «Deutschunterricht als Zweitsprache» ein Angebot der speziellen Förderung. Nach Abschluss einer solchen Einheit sollte der Anschluss eines fremdsprachigen Kindes an den Regelunterricht gelingen. Im Kanton gibt es zwei Phasen, bei denen das Angebot zum Zuge kommt. Kinder, die über wenig oder schlechte Deutschkenntnisse verfügen, können nebst der Regelklasse einen Intensivkurs besuchen. Wie oft dieser stattfindet, entscheiden Schulleitung und Gemeinde.

Ein Kind hat auch die Möglichkeit, eine Klasse für Fremdsprachige zu absolvieren, bevor es in den regulären Schulbetrieb integriert wird. Diese speziellen Förderprogramme dauern maximal ein Jahr, können aber auch während der gesamten Kindergartenzeit durchgeführt werden. Spricht das Kind bereits etwas Deutsch, kann es nebst der Regelklasse einen Aufbaukurs besuchen. Dieser dauert nach einem absolvierten Intensivkurs oder dem Besuch einer Klasse für Fremdsprachige höchstens zwei Jahre, oder längstens drei, wenn Deutschkurse bereits im Kindergarten durchgeführt wurden.

Auch hierbei bestimmt die Schulleitung über die Häufigkeit der abgehaltenen Kurse, in Absprache mit der Gemeinde. Die Solothurner Regierung ist der Meinung, dass die Kinder dem Unterricht nach Abschluss dieser Kurse grösstenteils folgen können. Kleinere Grammatikfehler würden erst mit den Jahren verschwinden. So hält der Regierungsrat die Einführung zusätzlicher Intensivkurse für «weder üblich noch möglich».

Autonomie der Gemeinden

Zuletzt wollten die Freisinnigen von der Regierung wissen, ob die Schulträger zusätzliche Deutschlektionen im zweiten Kindergartenjahr anbieten können – und dafür im Gegenzug die Deutschzusatzlektionen in der ersten Primarschulklasse reduzieren dürfen. Die Schulträger verfügen bei der Gewichtung des Deutschunterrichts für Fremdsprachige über einen grossen Handlungsspielraum, betont die Regierung.

Es sei also Sache der Gemeinden in Absprache mit der Schulleitung die für sie richtige Lösung zu finden. Die Regierung selber erachtet den Deutschzusatzunterricht sowohl im Kindergarten als ich in den ersten Primarschulklassen für sehr sinnvoll. Der Kindergarten fördere das erfolgreiche Lernen und zu Beginn der Primarschule würden die Kinder gezielt bei Lernen von Lesen und Schreiben unterstützt.

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