Anklage
Freizeit-Anlageberater verjubelte rund 8,7 Millionen Franken

Die Solothurner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 44-jährigen Italiener wegen mehrfacher Veruntreuung. Er hat ihm anvertraute Gelder von 162 Anlegern zweckentfremdet. Die Schadenssumme: 8,7 Millionen Franken.

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Der Mann verwendete Gelder für seine eigenen Zwecke. (Symbolbild)

Der Mann verwendete Gelder für seine eigenen Zwecke. (Symbolbild)

Simon Schärer

Der Beschuldigte arbeitete während der Deliktszeit als Kundenberater bei einer Bank. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilt, habe er zwischen November 2002 und Dezember 2008 seine Kundenkontakte und seinen Ruf als Banker genutzt, um nebst seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit Gelder von Bankkunden, Freunden und weiteren Personen entgegenzunehmen. Diesen versprach er eine Vermögensvermehrung mittels Anlagegeschäften.

Die Anleger seien ihm vorwiegend durch Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zugehalten worden, heisst es in der Mitteilung. Die Gelder seien meist in bar und ohne Quittungen geflossen.

«Anstatt wie vereinbart die Gelder systematisch und mit kalkuliertem Risiko gewinnbringend anzulegen, verwendete der Beschuldigte einen erheblichen Teil dieser Gelder für eigene Zwecke, unter anderem auch für angebliche Gewinn- und Kapitalrückzahlungen an andere Anleger», so die Staatsanwaltschaft.

162 Anleger geschädigt

Insgesamt haben über 200 Anleger rund 20 Millionen Franken dem Beschuldigten für private Anlagegeschäfte zukommen lassen. Einige der Anleger erhielten ihr investiertes Geld mit Gewinn zurück.

Von den 162 effektiv Geschädigten erhielten 79 Teilrückzahlungen, die übrigen 83 Anleger gingen hingegen vollumfänglich leer aus und verloren ihr gesamtes investiertes Kapital. Die Schadenssumme beläuft sich auf rund 8,7 Millionen Franken.

Mann ist geständig

Der Beschuldigte hat sich deshalb wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung vor Gericht zu verantworten. Zudem wird er wegen Anstiftung zu mehrfacher Urkundenfälschung angeklagt, weil er im Jahr 2008 zwei Mal einen Dritten zur Nachahmung einer Unterschrift auf einem Vertrag angestiftet hat.

Das Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Geldwäscherei und Urkundenfälschung wurde eingestellt.

Der Beschuldigte ist geständig und befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug.

Der Termin der Gerichtsverhandlung vor dem Richteramt Solothurn-Lebern steht noch nicht fest. (mgt/ldu)