Übergangsjahr

«Freiwilligenarbeit kostet auch»: Verein benevol Solothurn bleibt bestehen

Die rasche Suche nach einen finanziellen Lösung liegt den Mitgliedern von benevol Solothurn am Herzen.

Die rasche Suche nach einen finanziellen Lösung liegt den Mitgliedern von benevol Solothurn am Herzen.

Der Verein entschied an der Mitgliederversammlung über die Zukunft von benevol Solothurn. Klar ist: Der Verein bleibt. Ein Übergangsjahr soll nun dem Vorstand genügend Zeit geben, um eine nachhaltige Lösung für die Finanzierung zu finden.

Obwohl Freiwilligenarbeit seit Anfang Jahr ein wichtiges Thema ist, verlief das Jahr für benevol Solothurn bisher alles andere als rosig. Seit 2009 führte der Verein eine Anlaufstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton. Auf Ende April wurde die Geschäftsstelle aus Spargründen geschlossen. Die Ursache: Bisher wurde der Verein hauptsächlich durch öffentliche Gelder finanziert.

Diese fallen im Jahr 2020 weg. Die Hauptfrage der Mitgliederversammlung vom Donnerstag war deshalb: Wie soll es mit dem Verein weitergehen? Klar ist nun: benevol Solothurn bleibt bestehen. Gleichzeitig liegt es den Mitgliedern am Herzen, rasch eine nachhaltige Lösung für die Finanzierung des Vereins zu finden. Eine Herausforderung für den ausschliesslich ehrenamtlich tätigen Vorstand. Bewältigen will dieser die Aufgabe durch die Erweiterung des Vorstandes mit fünf neuen Mitgliedern sowie der Zusammenarbeit mit dem Dachverband benevol Schweiz.

Finanzierungsalternativen werden gesucht

«Wir sind froh über den positiven Beschluss», sagt die Präsidentin des Vereins, Tamara Mühlemann, nach der Mitgliederversammlung. Eine Bestätigung, dass es die Dienstleitung von benevol im Kanton weiterhin brauche.

«Momentan haben wir eine schwierige Ausgangslage», schildert sie in Bezug auf die Diskussionen um eine Wiederaufnahme der Fachstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton. Bisher wurde benevol Solothurn grösstenteils durch öffentliche Gelder finanziert. Zuerst durch Beiträge aus dem Lotteriefonds des Kantons. Im Jahre 2018 und 2019 durch den Verband der Solothurner Einwohnergemeinden VSEG. «Danach wurden auch diese Beiträge gestrichen», so Mühlemann.

In erster Linie liege es deshalb im Interesse des Vorstandes, eine Alternative Lösung für die Finanzierung des Vereins aufzugleisen. «Wir steuern eine mittelfristige Lösung von ungefähr drei Jahren an», berichtet Mühlemann. Eine Möglichkeit seien Mandatsvergaben an andere Stiftungen und Organisationen.

«Es steht in den Sternen, ob das im 2023 funktioniert»

Glücklicherweise sei das Übergangsjahr mehr oder weniger gesichert. «Durch unsere Vereinskasse mit den Mitgliederbeiträgen sowie durch die Unterstützung seitens benevol Schweiz», so Mühlemann. «Was den VSEG angeht, müssen wir die Entwicklungen abwarten», verlautet sie. «Ob die Organisation der Freiwilligenarbeit im Jahr 2023 funktioniert, steht in den Sternen». Bis dann dauert nämlich die Zeitspanne, welchen den Gemeinden zur Verfügung steht, um die strukturelle Regelung der Freiwilligenarbeit im Kanton zu planen.

«Bis dann müssen wir bei den einzelnen Gemeinden vorsprechen gehen», bedauert Mühlemann. Die öffentliche Hand betone immer wieder, wie wichtig Freiwilligenarbeit sei. «Der Gedanke, dass Freiwilligenarbeit auch etwas kostet, ist leider noch nicht so weit verbreitet», bedauert Mühlemann.

Zuständigkeit liegt bei den Gemeinden

Grund dafür ist eine kantonale Gesetzesrevision. Öffentliche Gelder werden momentan nur noch für Projekte gesprochen. Gemäss Anne Birk, Abteilungsleiterin im Amt für Soziale Sicherheit, regelt das Sozialgesetz aktuell die Unterstützung und Förderung der Freiwilligenarbeit lediglich als fakultative Aufgaben von Kanton und Gemeinden.

«Der Kanton und der VSEG haben gemeinsam beschlossen, dass das Leistungsfeld des freiwilligen Engagements neu geregelt werden muss», berichtet Birk. Benevol Solothurn sowie andere Trägerschaften müssten mit den Gemeinden zusammen bedarfsgerechte Angebote erarbeiten. «Wie es weitergehen soll mit der Geschäftsstelle, liegt in der Hand von benevol Solothurn.»

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