Die Folgen der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze machten sich nun bemerkbar, erklärte Inveso-Präsident Josef Maushart an der Veranstaltung. Er verwies auf die negativen Quartalszahlen des Industrieverbandes Swissmem, die Ertragslage verschlechtere sich massiv.

Alex Naef, Chef des Busbauers Hess AG in Bellach, zeigte auf, dass die Massnahmen nach dem ersten Euro-Absturz 2011 nicht mehr ausreichten, um den zweiten Absturz im Januar 2015 aufzufangen. Die Auslastung der Produktionskapazitäten sei eigentlich gut, aber die Erträge stimmten nicht mehr. So habe man nach engen Gesprächen mit den Sozialpartnern die Arbeitszeit von 41 auf 43,5 Stunden erhöht, die Effizienz in Bellach weiter gesteigert. Dadurch soll der aktuelle Personalbestand in Bellach gehalten werden. Aber zukünftiges Wachstum werde durch einen höheren Wertschöpfungsanteil im Ausland «abgearbeitet». Sprich, wenn Ausbau der Produktion, dann im Ausland. Als Busbauer stellte Naef konkrete Forderungen an das öffentliche Beschaffungsrecht: keine Diskriminierung von Schweizer Anbietern (Lohndumping), gleiche Mindestanforderungen (Nachweis der Einhaltung von GAV-Mindestlöhnen) für alle Anbieter, insbesondere ausländische und keine Ausschreibungen in Euro.

Simon Michel, Chef der Medtech-Gruppe Ypsomed, verwies auf andere Problempunkte. So müsse etwa im Zusammenhang mit der bevorstehenden Kontingentierung der Einwanderung die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften zielgerichteter erfolgen. Kontingente dürften nicht für Haushalthilfen «verbraucht», sondern für Spezialisten eingesetzt werden. Ferner habe die Steuerattraktivität der Schweiz stark abgenommen. Er plädierte für Steuererleichterungen, die ein probates Mittel für Neuansiedlungen seien. Und in Europa seien staatliche Direktzahlungen an Firmen an der Tagesordnung. Zwar seien Subventionen ordnungspolitisch problematisch. «Aber wenn es alle um uns herum machen, dann sind wir in der Schweiz klar im Nachteil.» Dieses Mittel sollte aber nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Am anschliessenden Podium stiessen Direktzahlungen denn auch auf wenig Zustimmung. Insgesamt glaubt Michel, dass die Exportfirmen dank Innovationskraft und Produktivitätswachstum den jüngsten Währungsschock – wie in den letzten 40 Jahren auch – besser verkraften als erwartet. «Wer jetzt überlebt, kann in Zukunft mehr verdienen und etwas zur Seite legen für erneute schwierige Zeiten.»