Interpellation
Fraktionen und Regierung wollen Moutier-Bahn erhalten

Alle Fraktionen und die Solothurner Regierung unterstützen das Anliegen von Fabian Müller (SP, Balsthal): Die Stilllegung der Zuglinie Solothurn-Moutier muss unbedingt verhindert werden.

Elisabeth Seifert
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Die Solothurn-Moutier-Bahnquert das Geissloch-Viadukt.

Die Solothurn-Moutier-Bahnquert das Geissloch-Viadukt.

Hanspeter Bärtschi

Fühlt sich eine Gemeinschaft von aussen bedroht, dann schliessen sich gegen innen die Reihen. Ein eindrückliches Beispiel für diese Beobachtung liefert die Reaktion der Solothurner Politik auf die Pläne des Bundes, den Weissensteintunnel zu schliessen und die Bahnlinie zwischen Solothurn und Moutier stillzulegen. In seltener Einmütigkeit sagten am Dienstag im Kantonsrat die Sprecher sämtlicher Fraktionen und zahlreiche Einzelvotanten solchen Plänen den Kampf an.

Keine Frage: SP-Kantonsrat Fabian Müller aus Balsthal rannte mit seiner Interpellation «Wie kann die Stilllegung der Zuglinie Solothurn-Moutier verhindert werden?» offene Türen ein. Besonders würdigten die Sprecherinnen und Sprecher dabei auch die rückhaltlose Unterstützung durch den Regierungsrat. Für Karin Büttler (FDP, Laupersdorf) kommt das regierungsrätliche Engagement geradezu einer «Liebeserklärung» an den besonders betroffenen Bezirk Thal gleich.

Gerade für das hintere Thal aber auch den Berner Jura sei der Erhalt der Bahnlinie unbedingt nötig, betonte Büttler. Schon heute habe das Thal mit Abwanderung zu kämpfen. «Sollte die Bahn aber stillgelegt werden, dann wird der Bezirk zu einer reinen Schlafregion.» Zudem sei auch der «sanfte Tourismus» auf eine gute Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr angewiesen. Nicht gelten liessen mehrere Sprecher die von Bundes-Experten ins Feld geführten hohen Kosten für die dringend nötige Sanierung des Weissensteintunnels. «Die Restaurierung des doppelt so langen Grenchenbergtunnels vor einigen Jahren hat rund 40 Millionen Franken gekostet,» sagte etwa Interpellant Fabian Müller. Da könne es doch nicht sein, dass die Sanierung des Weissensteintunnels auf 170 Mio. Franken zu stehen kommen soll.

«Die unsensiblen Pläne der Bundesbehörden widersprechen der Bundesverfassung, in der die Anbindung der Randregionen hoch gewichtet wird», sagte Edgar Kupper (CVP, Laupersdorf), Sprecher der grossen Mittefraktion CVP/EVP/GLP/BDP. Anders als vom Bund behauptet, gebe es «keine Alternative» zur Moutier-Bahn. Die Verbindung über die Klus und Oensingen ins Mittelland sei für viele Thaler Gemeinden zu weit und damit auch zu teuer. Auch für Grünen-Sprecherin Barbara Wyss (Solothurn) ist klar, dass «alles unternommen werden muss, dass die Bahnlinie erhalten bleibt.»

Mit der Sky-Metro nach Moutier?

Dieser Überzeugung ist auch die SVP-Fraktion. Christian Imark (Fehren) vermisst am aktuellen Engagement der Solothurner Politik aber den Willen, «moderne Lösungen der Mobilität» in die Überlegungen einzubeziehen. Eine solch innovative Lösung wäre zum Beispiel eine «Sky-Metro, die vollautomatisch zwischen Solothurn und Moutier hin- und herfährt.»

Als Ziel der politischen Bemühungen nannte Regierungsrat Roland Fürst «den Erhalt der -Bahn». Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Kanton eine Studie in Auftrag gegeben, welche die vom Bund prognostizierten Sanierungskosten für den Weissensteintunnel prüfen soll. Die Ergebnisse werden im zweiten Quartal 2015 vorliegen. Als «positives Zeichen» des Bundes wertete es Roland Fürst, dass der Tunnel bis mindestens 2020 einsatzbereit gehalten werden soll. Damit lasse sich die Auslastung der Bahn besser abklären.