Der fast gefüllte Kofmehl-Saal am Mittwochabend stand ganz im Zeichen der jungen Solothurner Kulturschaffenden. Die Verleihung der diesjährigen elf Förderpreise stand auf dem Programm.

Der Vize-Präsident des Kuratoriums für Kulturförderung Kanton Solothurn, Rainer von Arx, führte routiniert durch die Veranstaltung. In Gruppen nach den Sparten Musik, Film und Theater, Bildende Kunst und Literatur aufgeteilt, wurden die jeweiligen Preisträger mit Laudationes durch Mitglieder des Kuratoriums gewürdigt.

Dazwischen wurde der Abend immer wieder von der Musik von Claudia Stephani und ihrer Band aufgelockert. Dazwischen trat auch noch die Theatergruppe ImproVision auf und sorgte mit ihrem unerwarteten Impro-Theater für Lacher.

Was Fördern bedeuten kann

Regierungsrat Remo Ankli sprach in seiner kurzen Rede über die Bedeutung des Wortes «Förderung». «Finanzielle Förderung, Begabtenförderung, Fördertechnik oder auch der Abbau von Bodenschätzen kann gemeint werden.» Fördern sei also eine Tätigkeit, die man auf verschiedene Weise wahrnehmen könne.

Ankli stellte fest: «Die Kulturförderung beinhaltet von allen erwähnten Bedeutungen ein bisschen etwas: Begabten-Förderung und finanzielle Unterstützung seien naturgemäss dabei. Aber auch der Begriff Fördertechnik könne ins Spiel gebracht werden. Er meinte damit, den Wegtransport der beiden Preisträger ins halbjährliche Künstleratelier nach Paris. Als Künstler suche man in seiner Disziplin jeweils die Auseinandersetzung und gerate so immer tiefer in die entsprechende Gedankenwelt, so Ankli. «Dieser Prozess ist mit dem Abbau von Bodenschätzen vergleichbar. Wenn man unbekanntes Terrain erforscht, exploriert und dann Schätze aus der Tiefe holt».

Dank an Heinz L. Jeker

Ankli würdigte und verdankte auch die Arbeit des scheidenden Kuratoriumspräsidenten Heinz L. Jeker. «Acht Jahre Kuratoriumspräsident, das heisst acht Jahre lang Arbeit für die Kultur und Kunst in unserem Kanton». Jeker habe es verstanden, sein Amt während dieser Zeit gut zu nutzen und Akzente zu schaffen. Die Förderung der jungen Kunstschaffenden, und das Thema Architektur und Kultur sei dem Schwarzbuben besonders am Herzen gelegen.

Ebenfalls eine kurze Rede hielt Jelena Delic, bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia für den Bereich visuelle Kunst zuständig. Freiraum, sei das, was die Kunstschaffenden benötigten, sagte sie. Mit solchen Förderpreisen schaffe man Freiräume, konkret: finanziellen Freiraum, den die Künstler für ihr Weiterkommen benötigten.

Sie zählte die diversen Förderinstrumente der Pro Helvetia auf und nannte auch die Auslandsstipendien. Förderung brauche aber nicht nur der junge Künstler, meinte Delic weiter. «Auch arrivierte Kunstschaffende sind immer wieder auf Förderungen angewiesen.»

In der Schweiz funktionieren die Fördergremien sehr gut, meinte sie. Dies, weil Bund, Kantone, Städte, Institutionen und auch Private sich an der Förderung der Kunstschaffenden beteiligten und ergänzten. «Dies ist wichtig, um den Künstlern Freiräume zu ermöglichen.»

Elf förderpreise und zwei Atelierstipendien

Alain Ackermann (*1994), Mümliswil – Musik: Er begann im Alter von acht Jahren mit dem Schlagzeugspiel und wurde als 17-Jähriger zum 3. Mal Schweizer Meister im Drumset. Bereits nach 2 ½ Jahren schloss er das 4-jährige Studium der Dante Agostini School in Paris und Olten ab. Alain Ackermann ist mit seinen 19 Jahren schon in vielen Projekten engagiert. Ein Förderpreis in seine Karriere ist sicher gut investiert.

Franziska Baumgartner (*1987), Solothurn und Basel – Bildende Kunst: Die Künstlerin experimentiert mit verschiedenen Materialien, stellt begehbare Rauminstallationen her. Franziska Baumgartner soll mit dem Förderpreis unterstützt werden, die Vielfältigkeit an Materialien und ihrer Verarbeitung weiter zu erforschen.

Jan Börner (*1984) Solothurn und Zuchwil – Musik: Er begann seine sängerische Ausbildung bei den St. Ursen-Singknaben. 2010 schloss er sein Gesangsstudium an der Schola Cantorum Basiliensis ab. Regelmässig tritt er mit seinem Countertenor als Ensemblemitglied oder Solist in bis zu 40 Konzerten pro Jahr auf. Mit dem Förderpreis soll die Weiterentwicklung des begabten Musikers und Sängers unterstützt werden.

Sarah Buser (*1987) Solothurn und Zürich – Schauspiel: Sie machte ihre ersten Theatererfahrungen in der «Mausefalle» in Solothurn. Nach dem Master in Theater an der Zürcher Hochschule der Künste, arbeitet sie seit 2010 an verschiedenen Theatern als Regieassistentin und Dramaturgin. Vor zwei Jahren trat sich auch mit eigenen Produktionen in Erscheinung. Der Förderpreis soll ihre Karriere weiter unterstützen.

Ciacun Caduff (*1979) Basel und Gempen – Film: Schon in seiner Schulzeit experimentierte er mit Filmen. Bis 2008 besuchte er einen Filmkurs an der New York Film Academy, schliesslich liess er sich zum Creative Producer ausbilden. Er war Regie-Assistent bei Xavier Koller (Dällebach Kari) und organisiert derzeit ein Workshop-Projekt mit dem Namen «MovieCamp» für Jugendliche. Mit dem Förderpreis soll sein bisheriger Weg ausgezeichnet werden.

Talitha Gloor (*1987) Olten – Kunstvermittlung: Nach dem Bachelor- und Masterstudium Vermittlung in Kunst und Design, engagiert sie sich ehrenamtlich als Kuratorin im Oltner Kulturlokal «Coq d’Or». Sie macht sich immer wieder auf die Suche nach jungen Kunstschaffenden, denen sie eine Plattform bieten will. Ihr grosses Engagement hat die Fachkommission Kulturaustausch überzeugt, ihr einen Förderpreis zuzuerkennen.

Matthias Huber (*1980) Basel, lebte bis 2010 im Kanton Solothurn – Bildende Kunst: Er schloss das Studium an der FHNW in Basel mit dem Master of Fine Arts ab. Seit 2011 zeigt er sein Schaffen in diversen Ausstellungen in der Region. Seine Arbeiten überzeugen durch eine hohe Qualität in der technischen Ausführung; ein wahrer Augenschmaus. Viele Gebrauchsgegenstände dienen ihm als Inspirationsquelle und Experimentierfelder. Um den Künstler weiter zu unterstützen, wird ein Förderpreis an ihn vergeben.

Simon Kneubühl (*1983) Burgdorf und Solothurn – Fotografie: Nach einem Geografiestudium liess er sich zum Fotografen ausbilden und arbeitet seit 2012 als freier Fotograf. Neben Auftragsarbeiten nimmt er sich Zeit, eigene Projekte zu entwickeln. Seine Bilder lassen einiges offen und das macht es für den Betrachter spannend. Der Förderpreis soll Kneubühl helfen, seinen Weg weiter voran zu gehen.

Denis Klook (*1984) Olten – Comiczeichner: Nach einer Lehre als Polygraf hat er den Zeichenstift nicht mehr aus der Hand gelegt. Klook zeichnet Cartoons und schreibt satirische Geschichten. Er möchte mit dem Förderpreis sein Comic-Projekt «Pummel» vorantreiben, ein Comic-Buch für Jugendliche und Erwachsene, das nicht nur lustig sein wird.

Jonathan Stich (*1987) Kleinlützel und Zürich – Musik: 2010 schloss er den Bachelor of Arts in Violine und 2012 den Master in Musikpädagogik in Violine in Luzern ab. Danach absolvierte er einen Studiengang in Popularmusik der Hochschule für Theater und Musik Hamburg in Klavier und Violine. Stich ist Violonist, Pianist und Komponist. Neben anderen Engagements veranstaltet er regelmässig Konzerte, welche Klassik mit Pop verbinden. Mit dem Förderpreis werden seine vielseitigen Talente ausgezeichnet.

Daniel Tschumi (*1984) Oensingen und Basel – Bildende Kunst: Er absolvierte 2013 erfolgreich den Masterabschluss in Vermittlung von Kunst und Design an der FHNW. Sein Merkmal ist die Zeichnung, die bei ihm in weitreichende künstlerische Auseinandersetzungen laufen kann. Die Neugier, mit welcher der Künstler sein Schaffen weiterentwickelt, soll mit einem Förderpreis ausgezeichnet werden.

Atelierstipendium Paris 2016 geht an Fotograf Nico Müller (*1983), Olten (Jan.-Juni) und an die Bildende Künstlerin Marianne Büttiker (*1963) Aarau, Heimatort Neuendorf (Juli-Dez.). (frb)