Coronavirus
22 positive Fälle im Bundesasylzentrum Flumenthal: An Ausbruch ist vermutlich Verlegung schuld

Im Bundesasylzentrum in Flumenthal wurden mehrere Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Informationen zum Ausbruch, die der Kanton nicht öffentlich machen wollte, können nun im Amtsblatt nachgelesen werden.

Rebekka Balzarini
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Im Bundesasylzentrum in Deitingen werden derzeit 15 Personen isoliert, kurzzeitig habe es eine Ausgangssperre.

Im Bundesasylzentrum in Deitingen werden derzeit 15 Personen isoliert, kurzzeitig habe es eine Ausgangssperre.

Hansjörg Sahli

Im Bundesasylzentrum in Flumenthal wurden mehrere Personen auf Covid-19 getestet. Das wurde diese Woche bekannt. Dem Amtsblatt vom Freitag lässt sich nun entnehmen, auf welchem Weg Sars-CoV-2 möglicherweise in das Bundesasylzentrum im Kanton Solothurn eingeschleppt wurde: Es könnte von Bewohnerinnen und Bewohnern stammen, die aus dem Bundesasylzentrum in Basel nach Flumenthal verlegt wurden. Im Bässlergut wurden bisher rund die Hälfte der etwas mehr als 150 Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet.

Verlegung von Basel nach Solothurn führte zu Ausbruch

Am 29. Juli habe das Departement des Innern (DDI) des Kantons Solothurn vom Staatssekretariat für Migration (SEM) die Meldung erhalten, dass sämtliche asylsuchenden Personen im Bundesasylzentrum in Basel auf Sars-CoV-2 getestet worden seien. Viele von ihnen positiv.

Das SEM wies den Kanton laut Amtsblatt darauf hin, dass zwischen dem Bundesasylzentrum in Basel und dem Bundesasylzentrum in Flumenthal diverse Verlegungen stattgefunden hätten. Daraufhin ordnete der Kanton in Flumenthal eine Ausbruchsuntersuchung an und verhängte vorerst eine Ausgangssperre bis zum 1. August. Laut dem SEM wurden bisher 22 Personen im Bundesasylzentrum in Flumenthal positiv getestet und isoliert, Übertragungen in andere Bundesasylzentren in der Schweiz seien bisher keine bekannt.

Obwohl es sich bei den Fällen in Flumenthal um einen – zumindest an den aktuellen Zahlen gemessen – grösseren Ausbruch handelt, geben sowohl das SEM als auch der Kanton Solothurn zum Ausbruch kaum Auskunft. Das DDI verwies am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung darauf, dass das SEM für Fragen zum Bundesasylzentrum zuständig sei.

Information nicht mitgeteilt

Tatsächlich ist der Bund für den Betrieb und die Schutzmassnahmen in den Bundesasylzentren verantwortlich. Allerdings kommt der Kanton dann ins Spiel, wenn in einem Bundesasylzentrum positive Fälle auftreten. Er kann eine Ausbruchsuntersuchung empfehlen und vornehmen und Quarantäne- oder Isolationsmassnahmen anordnen. Gestützt auf die Covid-Verordnung kann auch ein Ausgangsverbot erlassen werden. Die Informationen, die nun dem Amtsblatt zu entnehmen sind, wurden dieser Zeitung aber trotz mehrfacher Anfrage zum Thema nicht mitgeteilt.

Mit einer Nachfrage zum Grund dieses Vorgehens konfrontiert wies die Sprecherin des DDI und des Fachstabs Pandemie den Vorwurf der Intransparenz zurück und verwies erneut darauf, dass lediglich das SEM für Fragen zum Bundesasylzentrum verantwortlich sei. Wieso nicht zumindest über den Bereich informiert wurde, der in der kantonalen Kompetenz liegt, blieb offen.

Das SEM erklärte auf Nachfrage ausserdem, dass keine positiv getesteten Personen in andere Bundesasylzentren verlegt würden. Getestet würde mit freiwilligen Massentests, und falls eine Person Symptome einer Erkrankung zeige, mit einem individuellen PCR-Test. Positiv getestete Personen würden isoliert.

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