Der Flughafen hat mit grossem Aufwand gekämpft. Sind Sie enttäuscht?

Ich bin sehr enttäuscht. Man hat sieben Jahre geplant. Osten, Westen und wieder Osten. Und jetzt ist Ende der Übung.

Der Flughafen könnte nun auch gegen den Willen der Regierung beim Bund ein Verfahren für die Pistenverlängerung beantragen.

Voraussichtlich tun wir dies nicht. Erstens wäre es eine Zwängerei, zweitens ist der Bundesrat letzte Instanz für den Entscheid. Und er schaut, wie sich die Regierung des betroffenen Kantons dazu stellt. Damit ist das Projekt eigentlich beendet.

Haben Sie ein anderes Projekt?

Nein.

Was bedeutet der Entscheid für den Flughafen?

Wir müssen die Lage nun neu beurteilen. Es bleibt der Ausbildungsstandort, wobei der immer umkämpft ist. Die Freizeitfliegerei bleibt, und auch die private Geschäftsfliegerei hat mittelfristig Platz. Die kommerzielle Geschäftsfliegerei, also die Möglichkeit, Grenchen mit gemieteten Flugzeugen zu erreichen, ist gestorben.

Was bedeutet der Entscheid für Altreu: Setzt der Flughafen jetzt auf mehr lärmige Sportflieger?

Das anzudrohen, wäre eine Trotzreaktion. Wir werden weiterhin alles daransetzen, die Immissionen auf ein Minimum zu begrenzen.

Wer die Mitteilung der Regierung liest, denkt, der Flughafen hätte sich zu wenig Mühe gegeben. So haben Sie keine Kompensationsmöglichkeiten für das Landwirtschaftsland aufgezeigt.

Das jetzige Verfahren ist ein unverbindliches Verfahren. Es geht darum, sämtliche möglichen Probleme aufzulisten. Sie können doch erst über konkrete Kompensationsmassnahmen verhandeln, wenn Sie grünes Licht haben. Für mich ist diese Begründung eine Ausflucht.

Was ist dann der Grund?

Da müsste ich in die Glaskugel schauen. Ich denke, die Mobilisierung der Gegner hatte einen Einfluss. Und: Weitsichtigkeit sowie einen künftigen Standortvorteil können Sie nicht im Voraus beweisen.

Hätte der Flughafen den Ausbau stemmen können? Zuerst gingen Sie von 4 Mio. Franken aus. Jetzt weiss man, dass es über 12 Mio. wären.

Wir hätten genug Beiträge von der Wirtschaft erhalten, um den Betrag zu stemmen. Aber das sind jetzt Spekulationen.

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