Das bestätigt auf Anfrage Claudia Hänzi, Chefin des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit. «Am Dienstagmorgen lief der Betrieb regulär an.» In der Zwischenzeit seien weitere Personen auf den Berg gebracht worden. «Der Betrieb wird ganz normal raufgefahren.» Bis zu 120 Personen sollen im früheren Gastro- und Hotelgebäude untergebracht werden.

Die Kantonsbehörden hatten Anfang Dezember angekündigt, dass sie das Haus als Asylunterkunft anmieten werden. Der Kanton steht unter Druck, Unterkünfte zu finden. Aktuell werden ihm vom Bund rund 200 Asylsuchende pro Monat zugewiesen.

Die bisherigen 525 Plätze in den kantonalen Durchgangszentren Selzach, Oberbuchsiten, Balmberg, der Fridau in Egerkingen und in den beiden Zivilschutzanlagen in Olten und Kestenholz sind belegt. Im ehemaligen Gewerkschafts-Ferienheim auf dem Balmberg sind heute bereits rund 50 abgewiesene Asylsuchende untergebracht.

«Keine Wahl»

Aus Günsberg ist zu vernehmen, dass einige der Flüchtlinge noch am gleichen Tag wieder mit dem Postauto runtergefahren und zurück ins Zentrum nach Oberbuchsiten gegangen seien, weil es ihnen am Ort ohne Arzt und Laden «nicht gefallen» habe.

Claudia Hänzi bestätigt zwar, dass es eine Auseinandersetzung gegeben habe und einige Personen den Berg kurzfristig wieder verlassen hätten. Sie präzisiert aber: Letztlich, so Hänzi, hätten dann aber alle Personen wie vorgesehen in ihrer neuen Unterkunft übernachtet. «Es gibt keine Wahl, in welcher Unterkunft jemand übernachten will. Wir teilen die Leute zu.»

Dass ein angeordneter Umzug in einer ersten Reaktion zu Widerstand führe, sei nicht aussergewöhnlich, sagt Hänzi – und dafür müsse man auch Verständnis zeigen: Die Flüchtlinge seien teils sehr lange unterwegs gewesen und suchten nach Ruhe. Veränderungen wie einen erneuten Umzug zu akzeptieren, falle dann zu Beginn manchmal schwer. «Aber wenn jemand auf ein zugeteiltes Bett verzichten will, muss er sich selber organisieren.»