Jugend Brass Band

Flotte Jungmusikanten begeistern mit einer vielfältigen Musikpalette

Die A-Band stand dieses Mal unter der Leitung von Roland Fröscher aus Belp.

Die A-Band stand dieses Mal unter der Leitung von Roland Fröscher aus Belp.

Über 70 Jugendliche aus allen Kantonsteilen nahmen am Lager des solothurnischen Blasmusikverbandes teil, konzertierten im Solothurner Landhaus und zeigten, dass sie trotz ihren teils jungen Jahren grosse Musiker sind.

Wie üblich begann die B-Band – diesmal unter der Leitung von Mario Schubiger. Ihr «The Spirit of Youth» von Goff Richards zeigte, dass sie nicht den «Jöh-Effekt» suchte. So ganz liess sich dies angesichts der beträchtlichen Zahl von Neulingen in der jüngeren Band jedoch nicht verhindern.

Als Hauptwerk für «seine» Band wählte Schubiger «Antruras» von Gion Andrea Casanova. Die Komposition liess der Bündner Kantonalverband als Aufgabestück für die 3. Klasse am Kantonalen Musikfest 2013 schreiben.

Für seine kniffligsten Passagen war die Wahl vielleicht doch etwas gewagt. Diese Frage stellt sich bei «Milestone» von Mario Bürki weniger. Er schrieb es 2011 zum Jubiläum eines Jugendmusiklagers.

Mit dem von Steve Sykes arrangierten Queens-Titel «I Want it All» schloss die B-Band ihr Programm ab. Sie erhoffte natürlich die Forderung nach einer Zugabe. Auf den jungen Gesichtern war bei dieser eine Spur Stolz auszumachen.

Viel deutlicher war aber daraus abzulesen, was die drei Pfarrerstöchter aus Kalifornien, die Pointer Sisters mit ihrem Hit «I’m so excited» in Worte fassten. Das Arrangement dazu legte ihnen Peter Kleine-Schaars zurecht.

Imposanter Auftakt

Die A-Band stand diesmal unter der Leitung von Roland Fröscher. Mit dem von Ray Farr arrangierten Intrada «Ein feste Burg» sorgte sie für einen imposanten Auftakt. Die passende Fortsetzung fand Fröscher im «General Guisan Marsch» von Stephan Jaeggi. Damit hat er auch gleich den Ruf nach mindestens einem Solothurner Komponisten entsprochen.

Als Hauptwerk wählte Fröscher «A London Ouverture» von Philip Sparke. Dieser schrieb das Wettbewerbsstück 1984 für die Niederländischen Brass Band Championships. Es verfügt zwar über die üblichen Schwierigkeiten.

Die teilweise dünn instrumentierten Stellen mit solistischen Komponenten kombiniert mit Takt- und Tonartwechseln liefern aber die Grundlage für Hörgenuss. Für den sorgte die Band auch tatsächlich.

Gepflegtes, getragenes Musizieren war auch bei «Mid all the traffic» von Leonard Ballantine gefragt. Von da war es schon ein rechter Schritt zum jazzig swingenden «Three Kings Swing». Witzig war «Visions» des Komponisten-Duos Mario Bürki und Stefan Kurzo mit Ab- und Aufgang der Bläser für eine Perkussionisten-Schau.

Solisten überzeugten

Schon seit dem ersten Lager wird jeweils eine Register-Lehrkraft als Gastsolist integriert. Seit es zwei Bands gibt, sind es immer zwei Soli. Diesmal war es der 1992 geborene Euphonist Jerome Müller.

Für den Auftritt mit der B-Band wählte er «Fujiko for Brass». Der Brite Andy Scott schrieb «Fujiko» ursprünglich für Klarinetten-Nonett mit dem Ziel, die Es-Klarinette zu fördern. Er selber schrieb danach Varianten für verschiedene Soloinstrumente.

Deutlich farbiger und gefälliger wirkte Müllers Solovortrag mit der A-Band. Dazu hat er tief in den Notentruhen gewühlt. Gefunden hat er dabei die bei uns wenig bekannte «Fantasia di Concerto».

Der Italiener Eduardo Boccalari (1859–1921) hat sie 1906 als Solostück direkt für Euphonium geschrieben, zunächst mit Klavierbegleitung. Mit diesem konnte dann Müller seine Fähigkeiten doch ins Licht rücken.

Er war aber nicht der einzige Solist. Eine weitere Tradition sieht vor, dass sich auch immer ein Bandmitglied in einem internen Wettbewerb als Solist am Konzert profilieren kann. Diesmal setzte sich jedoch ein Duett durch.

Die zwei Freunde Marco Eggenschwiler (Euphonium) und Benjamin Meister (Cornet) – beide aus Aedermannsdorf und in der dortigen Konkordia – wurden für ihren Auftritt mit einem sehr verdienten Riesenapplaus belohnt.

Ein wahres Dessert lieferte die A-Band mit der Zugabe. Ein wunderbares Arrangement von John Miles’ «Music» beinhaltete mehrere solistisch interpretierte und perfekt gespielte Duette in unterschiedlichen Besetzungen.

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