2015 hat dem Konkursamt Kanton Solothurn viel Arbeit beschert: Die Zahl der Pleiten von privaten und juristischen Personen ist gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf 488 gestiegen, wie Martin Schmalz, Chef des kantonalen Konkursamtes, auf Anfrage erklärt. Er relativiert aber das markante Plus. Denn 2014 sei die Zahl der Konkurseröffnungen aus nicht eruierbaren Gründen sehr tief gewesen. Im Vergleich zu den vier Jahren zuvor betrage das Plus «nur» rund zehn Prozent.

Ebenso zeigt die kurzfristige Entwicklung allein der Firmenkonkurse ein «falsches Bild». Der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D & B zählte im vergangenen Jahr 129 Solothurner Konkurse wegen Zahlungsunfähigkeit – satte 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier war 2014 als Basis für den Vergleich mit «nur» 95 Firmeninsolvenzen ein Ausnahmejahr. Im längerfristigen Vergleich ist die Zahl der Firmenpleiten um 12 Prozent gestiegen.

Wirtschaftlich schwierige Lage

Trotzdem. Für Schmalz ist klar, dass die Insolvenzen nochmals merklich zugenommen haben. Denn in Jahren vor der Krise 2009 lag die Anzahl der Konkurseröffnungen jeweils deutlich unter der Marke von 400. Gründe für den jetzigen Anstieg seien die wirtschaftlich schwierige Lage und die Unsicherheiten über die künftige Entwicklung.

Dagegen spiele die Aufhebung der Wechselkursuntergrenze vor Jahresfrist eine eher untergeordnete Rolle. Gerade bei den juristischen Personen entfielen viele Insolvenzen auf Einzelfirmen, die wenig vom Wechselkurs abhängig seien. Gleichzeitig falle aber auf, dass vermehrt grössere «Fälle» von international tätigen Firmen wie Lanco oder Michel zu bearbeiten seien.

Der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode hat das Konkursrisiko nach Branche als Verhältnis zwischen den Pleiten und dem jeweiligen Gesamtbestand an Firmen errechnet. Demnach sind das Baugewerbe, das Gastgewerbe sowie Handwerksbetriebe die anfälligsten Pleitebranchen. Dies widerspiegle den hohen Anteil an konkursiten Einzelfirmen, sagt Schmalz.

Ungebrochen ist laut Bisnode das Gründungsfieber. Während landesweit die Zahl der neu ins Handelsregister eingetragenen Firmen um 2 Prozent gesunken ist, ist diese im Kanton Solothurn um 8 Prozent auf 974 gestiegen.