TOBS-Spielplan 2015/16
Finanzielle Unsicherheiten bremsen die Kunstarbeit nicht

Die Herzfrequenzen sind sichtlich gesunken bei den Verantwortlichen des Theater Orchesters Biel Solothurn TOBS. Direktor Dieter Kaegi kann endlich wieder besser schlafen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Sie blättern im neuen Programm des TOBS: (v.l.) Katharina Rupp, Kaspar Zehnder, Dieter Kaegi und Didier Juillerat.

Sie blättern im neuen Programm des TOBS: (v.l.) Katharina Rupp, Kaspar Zehnder, Dieter Kaegi und Didier Juillerat.

Fränzi Zwahlen-Saner

Dies seit bekannt wurde, dass der Antrag des Bieler Stadtrates auf Einsparung des ständigen Orchesters Biel nach dem Einreichen von 14 000 Unterschriften vor dem Stadtparlament zurückgezogen wurde (wir berichteten). «Nach langem können wir wieder besser schlafen», sagte denn auch Dieter Kaegi am Dienstag Mittag bei der Präsentation des Theater- und Musikprogrammes des TOBS für die kommende Saison.

Spielplanpräsentation:

Am Mittwoch, 29. April, findet um 18.30 Uhr im Studio Arici, Stadttheater Solothurn, eine Spielplanpräsentation statt

Zunächst erteilte Kaegi jedoch dem neuen Stiftungsratspräsidenten Didier Juillerat das Wort. Dieser bedankte sich vorwiegend – und zwar bei allen, die sich an den Unterschriftensammlung beteiligt hatten. Er erwähnte Teres Liechti Gertsch, welche die Sammlung überhaupt initiiert hatte, die Musiker, welche trotz der schwierigen Lage in den vergangenen Wochen tolle Leistungen zeigten, und auch dem zuständigen Stadtrat Cédric Némitz, der «viel Mut bewiesen hatte», den Antrag auf Umwandlung des ständigen Orchesters in ein Projektorchester zurückzuziehen. «Die finanzielle Situation in Biel bleibt aber schwierig», so Juillerat. «Wir werden mit allen vier Finanzgebern sprechen müssen, wie es in Zukunft weitergehen soll».

Erste Stipendiaten

Kaegi stellte kurz das Opernprogramm vor und erwähnte das neue Dino-Arici-Stipendium, das dank der grosszügigen Unterstützung des Mäzens zum ersten Mal ins Programm eingebaut werden konnte. Jungen Sängern – dieses Jahr sind dies Sopranistin Ljupka Rac und Countertenor Jan Börner (ein Solothurner) – wird damit die Möglichkeit geboten, in regulären Opernproduktionen als gleichwertiges Mitglied ins Ensemble eingebunden zu werden und sich dem Publikum vorzustellen. Dieses Engagement soll für die kommenden vier Jahre so ausgestaltet bleiben, sagte Kaegi. Im Weiteren bleibe aber die langjährige und intensive Zusammenarbeit mit dem Opernstudio der Hochschule der Künste in Bern bestehen. «Wir betrachten uns auch als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs, auch in der Sparte Schauspiel», meinte Kaegi und lobte in diesem Zusammenhang auch die gute Arbeit der Theaterpädagogik. «Insbesondere in Solothurn hat man erkannt, wie wichtig dieser Bereich im Theater ist. Entsprechend werden wir unterstützt. In Biel sind wir auf guten Wegen, die Theaterpädagogik ebenfalls zu etablieren.» Kaegi wies auf die erstmalige Produktion eines Tanzstückes für ein Publikum ab 5 Jahren hin. «Zick Zack Puff» ist ein Tanzstück von Teresa Rotemberg und ihrer Company Mafalda, welches ganz ohne Sprache auskommt und daher für das zweisprachige Theater geradezu prädestiniert ist.

Treues Ensemble

Die Direktorin Schauspiel, Katharina Rupp, listete die insgesamt sieben Theaterproduktionen der kommenden Saison auf. Sie erwähnte, dass das sechsköpfige Stamm-Ensemble mit Barbara Grimm, Natalina Muggli, Atina Tabé, Günter Baumann, Jan-Philipp Walter Heinzel und Tim Mackenbrock dem Theater erhalten bleibe.

Kaspar Zehnder, Direktor Konzerte, betonte in der Präsentation des Musikprogrammes, wie wichtig Kooperationen und die Zusammenarbeit mit anderen Orchesterinstitutionen wie beispielsweise der Stiftung Schweizer Orchesternachwuchs SON sei. «Das festigt unsere Existenz nicht nur finanziell, sondern auch künstlerisch», so Zehnder. In der reich befrachteten Saison 2015/16 sind zehn Sinfoniekonzerte, vier Sommerkonzerte, eine Schubertiade, l’art pour l’Aar mit einer Uraufführung, Wiener Kaffeehausmusik und vier Kammermusikkonzerte zu hören.

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