Benevol

Finanzielle Engpässe: Geschäftsstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton Solothurn wird geschlossen

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Benevol Solothurn wird geschlossen. (Archiv)

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Der Verein «benevol Solothurn» führt seit 2009 eine Anlaufstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton Solothurn. Aus finanziellen Gründen gibt der Verein diese nun auf − die Dachorganisation führt das Geschäft weiter.

Freiwilligenarbeit Der gemeinnützige Verein «benevol Solothurn» betreibt die Fachstelle zur Förderung des freiwilligen Engagements im Kanton. Nach jahrelanger Organisation und Koordination der Freiwilligenarbeit schliesst «benevol» per Ende Monat seine Geschäftsstelle. Aus finanziellen Gründen kann der Betrieb nicht aufrechterhalten bleiben, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Die Finanzierung erfolgte bislang grösstenteils über öffentliche Gelder des Kantons und des Verbands Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG). «Ein substanzieller Strukturbeitrag von Dritten war in diesen Jahren nicht zu erreichen», erläutert «benevol» die Gründe.

Die Hoffnung will man aber noch nicht ganz aufgeben. Die ausserordentliche Mitgliederversammlung Ende Februar, an der bereits über die Situation informiert wurde, habe gezeigt, dass die Mitglieder die Arbeit von «benevol» sehr schätzen würden und an einem Neustart grundsätzlich interessiert wären. In ihrem Auftrag erarbeitet der Vereinsvorstand gemeinsam mit der Dachorganisation «benevol Schweiz» ein Konzept für eine neue und nachhaltige Finanzierung der Fachstelle. Sollte sich bis zur Mitgliederversammlung im August eine langfristige finanzielle Lösung finden, könne die Geschäftsstelle neu starten, teilt «benevol» mit. Im August soll definitiv über die Zukunft des Vereins entschieden werden.
In der Zwischenzeit führt der Dachverband die operativen Aufgaben der Geschäftsstelle Solothurn weiter. Er ist für interessierte Freiwillige und die Mitgliederorganisationen erreichbar, bearbeitet die Anfragen, nimmt die Vermittlungen der Freiwilligen vor und betreut die regionalen Angebote und Nachfragen auf der Online-Plattform www.benevol-jobs.ch

Kanton will gesetzliche Grundlagen verbessern

Die Staatskanzlei schreibt in ihrer Medienmitteilung, dass der Regierungsrat die Schliessung bedaure und die Arbeit von «benevol» stets geschätzt und unterstützt habe. «Der Kanton hat benevol mit Projektbeiträgen aus dem Fond unterstützt», sagt Anne Birk, Abteilungsleiterin Sozialleistungen und Existenzsicherung. Auch sie zeigt sich froh darüber, dass «benevol Schweiz» vorübergehend das operative Geschäft übernommen hat. «Für uns, aber was vor allem wichtig ist, für die Freiwilligen und die Mitgliederorganisationen ändert sich deshalb im Moment nichts», erklärt Birk die Ausgangslage.

«Die Förderung von freiwilligem Engagement im Kanton ist und bleibt ein prioritäres Anliegen des Regierungsrates», schreibt die Staatskanzlei weiter. Aus diesem Grund soll nicht nur die Freiwilligenarbeit gestärkt werden, sondern auch die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere was die Finanzierung und Organisation betrifft, verbessert werden. «Im Moment haben wir noch keine gesetzliche Basis, die die Finanzierung von Freiwilligenarbeit im Kanton vollends regelt», erklärt Thomas Blum, Geschäftsführer des VSEG. Man sei aber mit dem Kanton diesbezüglich im Gespräch, das Projekt in den Startlöchern. «Es geht dabei um die Inhaltsdefinition und die Finanzierung der Freiwilligenarbeit im Kanton und darum, wie diese in Zukunft organisiert werden soll. Momentan leisten rund zwei Drittel der Gemeinden einen freiwilligen Beitrag, aus dem benevol Solothurn − wie auch andere Institutionen − mitfinanziert wurden», so Blum. Dass diese Beiträge keine nachhaltige Finanzierung darstellen, wird nun offensichtlich.


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