Kanton Solothurn
Feuerwehr muss Graben bauen, damit Wassermassen nicht in Keller laufen

Im Kanton Solothurn sind wegen des starken Regens rund 50 Meldungen bei der Polizei eingegangen. Viel zu tun hatte die Grenchner Feuerwehr. Sie musste einen Graben bauen, weil Wasser aus dem Feld ins Quartier lief.

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Wegen dem vielen Wasser musste die Grenchner Feuerwehr am Montag früh raus.
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Damit sich die Wassermassen nicht direkt auf die Liegenschaften im Lingeritzquartier zubewegen können, musste ein Graben gebaut werden.
Tannhofstrasse unterhalb des Grothofs, dort sammelte sich extrem viel Wasser, das nicht abfliessen kann.
Feuerwehr Grenchen muss Graben bauen, um Wasser umzuleiten
Hier werden die Wassermassen abgelassen.
10'000 Liter pro Minute laufen hier herunter.
Beim Augenschein: Markus Böhi, Chef Zivilschutz, Stadtpräsident François Scheidegger, Michael Stuber Kdt. Stv. Feuerwehr Grenchen

Wegen dem vielen Wasser musste die Grenchner Feuerwehr am Montag früh raus.

zvg/Thomas Maritz

Es regnet in Strömen. Das viele Nass von oben macht mancherorts Probleme. Während bis Mittag nur vereinzelte Meldungen wegen Schäden durch den starken Regen bei der Alarmzentrale der Kantonspolizei eingegangen sind, stieg ab dem frühen Nachmittag die Zahl der Anrufe sprunghaft an. Allein von 13.30 Uhr bis 17 Uhr gingen über knapp 45 Meldungen ein.

«Die Meldungen betreffen vor allem in Gebäude eindringendes Wasser. Zudem werden vereinzelt grosse Wassermengen auf der Strasse oder Feldern festgestellt sowie hohe Wasserstände in einzelnen Bächen», heisst es in einer Meldung der Kantonspolizei. Die Meldungen betreffen überwiegend Gemeinden im westlichen Kantonsteil. Dort stehen die örtlichen Feuerwehr im Einsatz.

Bei Schnottwil ist die Bernstrasse seit etwa 15 Uhr wegen Schlamm auf der Strasse gesperrt.

Die Strase musste geräumt werden.

Die Strase musste geräumt werden.

TeleM1

Mit Graben gegen Überschwemmung

Seit dem Morgen zu tun hat die Grenchner Feuerwehr. «Am Montagmorgen fing es an in die Keller der höhergelegenen Mehrfamilienhäuser im Lingeriz zu laufen», berichtet der Feuerwehrkommandant Thomas Maritz. Das Wasser, Maritz schätzt die Menge auf etwa 10'000 Liter pro Minute, kommt aus der inzwischen völlig vollgesogenen Wiese im Grot.

Am Montagmorgen hiess es deshalb für die Feuerwehr rasch reagieren. Am unteren Rand der Wiese wurde ein Graben ausgehoben, der das Wasser sammelt und mit Sandsäcken Durchlässe um die Häuser herum gebaut. Es seien bisher rund 250 Sandsäcke verbaut worden. «Wir wussten, was zu tun ist, weil wir hier vor neun Jahren schon einmal eine ähnliche Situation erlebt haben», erklärte Maritz anlässlich eines Augenscheins von Stadtpräsident François Scheidegger. Der Feuerwehrkommandant war in Zivilkleidung am Ortstermin, wie im Video zu sehen ist. "Mir sind inzwischen die Uniformstücke ausgegangen. Alles ist durchnässt", entschuldigt sich Maritz. Auch Zivilschutzkommandant Markus Böhi war beim Augenschein dabei.

Bis am Nachmittag konnte die Feuerwehr die Lage noch mit eigenen Kräften bewältigen. Zivilschützer waren noch keine aufgeboten. «Es kommt jetzt darauf an, wie lange es noch weitterregnet», meinte Maritz. Grössere Probleme hat es bisher auf Stadtgebiet noch nicht gegeben. Betroffen war eine weitere Liegenschaft im Kastels-Quartier und natürlich steht auch ein Grossteil der Witi unter Wasser. Am oberen Stadtrand am Fichtenweg hat auch das Bauamt vorsorglich Sperren mit Sandsäcken errichtet.

Durchlass drosseln

Die Bäche führen immer mehr Wasser. Wo es geht, wird reguliert. Beim Regulierwehr Port wurden auf heute die Abflussmengen gesenkt, um die Aare weiter unten zu entlasten. Während am Sonntag noch 460 Kubikmeter pro Sekunde durchgelassen wurden, waren es am Montagmorgen kurzzeitig gerade einmal 200 Kubikmeter/Sekunde. (at./ldu)

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