Kanton Solothurn

Feuerverbot: Forstbetrieb hofft auf die Vernunft der Waldgänger

Auch in den Waldhäusern mit den grossen Feuerstellen ist das Grillen verboten, wie Daniel Schmutz erklärt.

Auch in den Waldhäusern mit den grossen Feuerstellen ist das Grillen verboten, wie Daniel Schmutz erklärt.

Plakate an Feuerstellen weisen auf das Feuerverbot im Kanton Solothurn hin - daran halten tut sich aber nicht jeder. Alle, die im Wald arbeiten, sind speziell aufmerksam, arbeiten aber normal weiter, denn mehr können sie nicht unternehmen.

Im Kanton Solothurn ist ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe ausgerufen worden. Damit befindet sich die Solothurner Bevölkerung in bester Gesellschaft. Die Kantone Baselland, Basel-Stadt, Graubünden, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis haben dasselbe Verbot verfügt. Im Tessin gilt seit gestern gar ein absolutes Feuerverbot im Freien. Nur gerade die Kantone Appenzell-Innerrhoden, Appenzell-Ausserrhoden und Genf schätzen die Waldbrandgefahr als mässig ein und und haben keinerlei Massnahmen verfügt.

Vermehrte Aufmerksamkeit

Was heisst diese Massnahme für alle diejenigen, die im Wald arbeiten? «Wir arbeiten ganz normal», so Daniel Schmutz (Geschäftsführer Forstbetrieb Wasseramt). Funkenschlag von den Motorsägen gebe es keinen, weil diese mit einem Funkenschutzgitter im Auspuff ausgerüstet seien. «Man kennt das aus Kanada, wo es ja immer wieder grosse Waldbrände gibt.» Selbstverständlich müssten die Raucher unter den Mitarbeitern speziell aufpassen. «Aber eigentlich verbietet ja bereits das Littering-Gesetz das Wegwerfen von Zigaretten-Stummeln», so Schmutz.

«Selbstverständlich haben wir alle die Augen noch besser offen als sonst.» Im Jura, vor allem in höheren Lagen, werde ein Brand relativ schnell entdeckt. Einfach weil der Rauch nach oben steige und man ihn darum relativ schnell sehe. «Im Wasseramt, wo es eben ist, ist dies aber anders. Man müsste schon eine Brandwache beispielsweise auf dem Wasserturm in Etziken einrichten», erklärt Schmutz.

Schwierig sei es auch, weil es gerade im Wasseramt unzählige offizielle und inoffizielle Feuerstellen im Wald gebe. «Wann immer wir an einer solchen Feuerstelle vorbeikommen, hängen wir das Plakat auf, das auf das Feuerverbot aufmerksam macht». Treffe man im Wald jemanden an der grilliere, dann mache man diese Person auf die Gefahr aufmerksam. «Mehr können wir gar nicht machen», meint der Förster. Anzeige müsste er als Privatperson erstatten.

Schmutz beobachtet, dass der Emme entlang nach wie vor grilliert werde. Auch wenn das Wasser nahe sei, sei es doch gefährlich. Ein Schwel- oder Glimmbrand könne tagelang unentdeckt bleiben, bevor er sich richtig entzünde.

Schmutz arbeitet seit 15 Jahren im Wasserämter Wald. Erst einmal habe es einen Waldbrand gegeben, meint er. «Ich hoffe, dass die Leute sensibilisiert sind und sich vernünftig verhalten.»

Ausnahmebewilligungen erteilt

Vom Feuerverbot betroffen sind auch die grossen Feuerstellen der Waldhäuser. Die Bürgergemeinden hätten die Schilder teilweise bereits selbst aufgehängt und machen alle, die ein Waldhaus gemietet haben, auf das Feuerverbot aufmerksam. Am letzten Wochenende wurden, wie Kreisförster Jürg Misteli bestätigt, zwei Ausnahmebewilligungen erteilt. «Das eine war eine Hochzeit. Alle Gäste waren natürlich schon lange eingeladen und die Esswaren bestellt», so Misteli.

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