Regierungsrat

Feuertaufe gleich am ersten Arbeitstag: Wyss und Schaffner halten ihre ersten 1.-August-Reden

Susanne Schaffner bei ihrem Auftritt in Kappel.  Brigit Wyss spricht in Langendorf wegen Mikrofonausfall mitten im Publikum.

Susanne Schaffner bei ihrem Auftritt in Kappel. Brigit Wyss spricht in Langendorf wegen Mikrofonausfall mitten im Publikum.

Brigit Wyss und Susanne Schaffner haben am Montag ihre Departemente übernommen. Am Dienstag haben sie ihre ersten Bundesfeier-Ansprachen als Regierungsräte gehalten.

Schon am Vorabend ihres offiziellen ersten Arbeitstages absolvierte Susanne Schaffner in Kappel ihre regierungsrätliche Bundesfeier-Premiere. «Einen Tag zu früh», wie sie selber scherzhaft bemerkte. Der zweite Auftritt der neuen Innendirektorin folgte dann am Dienstag an der Feier in Dornach. In beiden Ansprachen liess die SP-Politikerin jeweils einiges Lokalkolorit einfliessen und stellte die Frage in den Raum, was denn eigentlich Heimat sei: – «ein bestimmter Ort, oder eher ein Gefühl?».

Heimat sei «für jeden etwas anderes, und das ist auch gut so», gab sie schliesslich selber die Antwort. «Sicher ist aber, dass der Zusammenhalt uns ein ‹Heimatgefühl› gibt. Lassen wir diesem Gefühl des Zusammenhalts, ‹des zu Hause seins› heute freien Lauf und freuen wir uns alle zusammen am 1. August.»

Es sei ihr wichtig, «die Anliegen der Menschen auch aus dem Dorf als Regierungsrätin nach Solothurn mitzunehmen», sagte Schaffner in Kappel. Im Dorf zeige sich direkt, was auch auf den anderen politischen Ebenen nötig sei: Dass man sich zusammenraufe für tragfähige Lösungen – das werde auch in der Regierung nötig sein. Um die Herausforderungen anpacken zu können, «braucht es alle und braucht es gemeinsame Werte wie direkte Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität».

Das politische Modell der Schweiz habe Zukunft, zeigte sich die Regierungsrätin überzeugt. In einer Zeit, in der Menschen ihre Arbeitsstellen rasch verlieren können und der soziale Abstieg drohe, müsse es aber auch «ein Anliegen sein, benachteiligten Menschen die Möglichkeit zu schaffen, dass sie ihr Leben wieder selber bestreiten und wieder auf eigenen Beinen stehen können.»

Wyss: Nachhaltigkeit als Chance

Zwei gänzlich unterschiedliche Reden hat die neue Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss bei den Bundesfeiern in Langendorf und Lüsslingen-Nennigkofen gehalten. In Langendorf sprach die Grünen-Politikerin am Morgen zum Thema «Nachhaltigkeit», in ihrer ursprünglichen Heimatgemeinde sinnierte sie darüber, was die Menschen in Zukunft zu erwarten haben. Wir picken hier die wichtigsten Aussagen aus beiden Ansprachen heraus.

«Die Nachhaltigkeit ist meine politische Richtschnur», bekannte Wyss. «Ich bin überzeugt, dass wir mit einer nachhaltigen Entwicklung unsere Bedürfnisse weiterhin decken können und dass gleichzeitig auch künftige Generationen ein Auskommen haben werden.» Eine nachhaltige Entwicklung sei für sie «der einzige Weg, der uns auf eine vernünftige Art und Weise aus der Sackgasse führt»: Die heutige Generation habe als erste die Möglichkeit, etwas gegen die Verschwendung der Ressourcen zu unternehmen. Darum sei sie als Grüne beispielsweise nach Abwägung aller Interessen davon «überzeugt, dass Windenergieanlagen auch in der Schweiz möglich sein müssen».

Leider könne sie nicht wirklich in die Zukunft sehen, gestand Wyss bei ihrem Auftritt im Bucheggberg ein. Politiker seien es denn auch gewohnt, «oft zu spät zu kommen und nur noch reagieren zu können, um das Schlimmste zu verhindern». Dennoch komme die Politik nicht darum herum, Visionen und Strategien mit langfristiger Ausrichtung zu entwickeln. So, wie die Energiestrategie 2050, die vom Volk gutgeheissen worden ist. «Ich freue mich sehr, dass die Richtung jetzt klar ist. Jetzt bin ich Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements und die Energiefachstelle ist in meinem Departement».

Angst davor, dass sie nun alles auf den Kopf stellen werde, brauche aber niemand zu haben: «Ich weiss schon, wohin ich will – aber ich weiss auch, dass ich diesen Weg nicht alleine gehen kann und auch nicht alleine gehen will.»

Keine Auftritte hatten die zwei CVP-Regierungsräte Roland Fürst und Roland Heim. Sie beide hätten keine Anfragen erhalten, erklärte Fürst jüngst.

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