Reaktion
Feuer in Zelle gelegt – versteht die Bevölkerung die Tat von Andres Z.?

Am 4. Januar 2011 hatte Andres Z. Feuer in der St.-Ursen-Kathedrale gelegt. Nun – während der Abklärung der KESB im Untersuchungsgefängnis Olten untergebracht – hat der 66-Jährige in seiner Zelle Feuer gelegt. Was sagt die Bevölkerung dazu?

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Untersuchungsgefängnis Olten: Hier wartet Andres Z. auf den Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde in seiner Sache.

Untersuchungsgefängnis Olten: Hier wartet Andres Z. auf den Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde in seiner Sache.

Bruno Kissling

Andres Z. wehrt sich dagegen, trotz Beschluss des Bundesgerichts über seine Freilassung, weiter in Haft zu sitzen.

Jetzt sah er offenbar keine andere Möglichkeit, als seiner Unzufriedenheit mit einer weiteren Brandlegung Ausdruck zu geben. Einen Wasserkocher hat Z. am Mittwochmorgen benutzt, um in seiner Zelle Feuer zu entfachen. Verletzt wurde der 66-Jährige dadurch nicht. Die Zelle ist allerdings unbewohnbar. Gerichtspsychiater Günther Sachs spricht von einem Hilfeschrei.

St.-Ursen-Brandstifter legte Brand in seiner Zelle
5 Bilder
Aussenansicht des Untersuchungsgefängnis Olten
Aussenansicht des Untersuchungsgefängnis Olten
Gegen 5.50 Uhr ging bei der Kantonspolizei Solothurn die Meldung über den Brand in einer Zelle ein.
Andres Z. kam zur Kontrolle vorsorglich ins Spital.

St.-Ursen-Brandstifter legte Brand in seiner Zelle

TeleM1

Versteht die Bevölkerung die Tat?

Wenn man sich die Kommentare auf dieser Homepage und auf der Facebook-Seite dieser Zeitung anschaut, gibt es ein ziemlich eindeutiges Bild. Die Mehrheit der Online-User äussern ihre Bedenken, den St.-Ursen-Brandstifter frei zu lassen. «Hilfe, ja nicht frei lassen. Wer weiss, was er als Nächstes anzündet», schreibt Alexandra auf Facebook.

«Vieles deutet auf einen Hilfeschrei hin»??? Alles deutet auf Verwahrung hin!!!», meint Marc. Ein anderer User möchte Andres Z. wegen der erneuten Brandstiftung in Untersuchungshaft sehen. «Danach verurteilen und verwahren - endlich!»

Karin kann nicht verstehen, dass man so jemanden freilassen will. «Das Rechtssystem in der Schweiz ist krank.»

User pz66 geht sehr weit. Er bezeichnet das Vorgehen der kantonalen Behörden als «klassische ‹Weisse-Folter›», also psychische Folter. Nachdem man sich des Falls angenommen hat, wurde Z. im Untersuchungsgefängnis Olten untergebracht. Fest steht aber, dass die kantonalen Behörden derzeit mit Hochdruck eine andere Lösung fürs Betreuungssetting suchen. Das betont Claudia Hänzi, Leiterin im Amt für Soziale Sicherheit.

Dass Z. nicht ins Gefängnis gehört, ist auch die auf Facebook geteilte Meinung von Doris. «Der Mann gehört eindeutig versorgt, aber nicht ins Gefängnis. Er braucht professionelle Hilfe!»

Auch gegenüber TeleM1» äussern sich auf Solothurns Strassen Passanten:

(ldu)