Nein, wie viele Besucher auf dem Platz genussvoll getafelt haben, kann die Betriebsleiterin des Alten Spitals, Eva Gauch, gegen Ende der im Rahmen des Aktionsmonats «Öffentlicher Raum für alle» durchgeführten Veranstaltung nicht sagen. Es waren mehr als man in den kühnsten Träumen hätte erwarten können. An langen Holztischen sitzen frohgelaunte Menschen, die etwas gegen die Verschwendung tun wollen und erstaunt sind, wie mit der nötigen Kreativität abgelaufene oder kurz vor dem Ablauf stehende Lebensmittel zu einem Festessen verarbeitet werden können.

«Äs isch mega fein», sagt ein junger, in der wärmenden Frühlingssonne sitzender Mann, der eine Käseschnitte vor sich auf dem Teller hat. «Und e sensationelli Idee.» Unter den kleinen Pavillons mit grünem Stoffdach brutzeln aber nicht nur Käseschnitten, sondern auch ein Gemüseragout mit Pouletfleisch, Spiesse, Kartoffelschnitze und Spargeln, um nur einige der Köstlichkeiten zu erwähnen. «Es macht Spass», schwärmt Jürgen Hofer von Solothurn Tourismus, der sich beim «Chochklübli» engagiert.

Die Landfrauen haben soeben eine Ladung Salat erhalten, den es nun zu verwerten gilt. Wie an den anderen Stationen ist auch hier das Rüsten ein grosses Thema. Wegwerfen? Das kommt für die jungen Bäuerinnen nicht in Frage. Nur bei den neuen Kartoffeln aus Israel rümpfen sie die Nase. «Die Konsumenten sollten lernen, regional und saisonal zu essen», spricht Nadia Kupper aus Laupersdorf ein heikles Thema an, während ihre Kollegin den Salat im Mixer bereits in ein Salatpesto verwandelt.

Stefanie Kaufmann legt das mitgebrachte Besteck auf den Porzellanteller. «Was wollen wir jetzt noch ausprobieren», fragt sie ihre Kollegin. Eines ist für sie klar, wenn der Anlass noch einmal durchgeführt werden sollte möchte sie unbedingt beim Rüsten mithelfen. «Es muss alles verwertet werden, was wir erhalten haben», betont Eva Gauch, die auf ihre zündende Idee stolz sein kann. Was aber geschieht, wenn von den grellen, rosaroten Ostereiern vom Grossverteiler welche übrigbleiben? Sie lacht: «Dann müssen wir wohl am Schluss noch eine «Eiertütschete» machen.»