«Unser Ziel ist es, von den fossilen Brennstoffen wegzukommen», sagt Bernhard Mäusli, Chef des kantonalen Hochbauamts. «Wir sind schon recht weit.» In den letzten zehn Jahren ist der Heizenergieverbrauch in den kantonseigenen Verwaltungsbauten um 10 Prozent gesunken, bei den Schulgebäuden gar um 18 Prozent. «Die meisten Einsparungen von Öl und Gas haben wir erreicht, indem wir die Gebäudehüllen isoliert, neue Fenster eingesetzt oder die Haustechnik modernisiert haben.» Als Beispiele nennt Mäusli die Land- und Hauswirtschaftsschule Wallierhof in Riedholz und die Pädagogische Hochschule (PH) in Solothurn.

Kanton setzt auf Fernwärme

Einen grossen Schritt auf dem Weg zur «fossil-losen» Zukunft erhofft sich der Kantonsbaumeister vom Anschluss zahlreicher Verwaltungs- und Schulbauten im Raum Solothurn ans Fernwärmenetz der Kehrichtverbrennungsanlage Kebag. Noch in diesem Jahr sollen die Gewerblich-Industrielle Berufsfachschule Gibs und das Prison in der Vorstadt mit heissem Dampf aus Zuchwil geheizt werden. 2013 folgen die Kantonsschule, die zwei Amtshäuser und der Ambassadorenhof. «Wir rechnen mit einer Einsparung von 1211 Tonnen CO2 pro Jahr.» Das sind 35 Prozent des Gesamtausstosses der Kantonsgebäude.

Weitere grosse Einsparungen erhofft sich das Hochbauamt durch den Anschluss des Bürgerspitals an das Fernwärmenetz oder die Nutzung von Erdwärme in den kantonalen Schulen in Olten (Berufsbildungszentrum, Kantonsschule). Kommt hinzu, dass sämtliche Neubauten des Kantons im Minergie-Standard gebaut werden müssen. «Angestrebt wird sogar ein Verbrauch gemäss Minergie P», sagt Bernhard Mäusli. «Der Kanton wendet also mindestens um 20 bis 60 Prozent schärfere Vorgaben als gesetzlich vorgeschrieben an.» Sanierungen sollen, wenn technisch und wirtschaftlich vertretbar, ebenfalls die Minergie-Vorgaben erreichen. Die grössten Energieschleudern unter den kantonalen Bauten sind zurzeit der Pavillon der Gibs und das Hallenbad der PH. «Beide müssen in den nächsten Jahren ohnehin saniert werden.»

Der Stromverbrauch ist gestiegen

Im Kantonsrat ist eine Interpellation von Fabian Müller (SP, Balsthal) hängig, die nicht nur über die erwähnte positive Entwicklung des Verbrauchs von Heizenergie Auskunft verlangt, sondern auch über den Konsum von Strom. In diesem Bereich kann das Hochbauamt keine ermutigenden Zahlen vorlegen: In den kantonseigenen Bildungsbauten ist der Stromverbrauch in den letzten zehn Jahren um 12 Prozent gestiegen, in den Verwaltungsgebäuden immerhin um 1 Prozent gesunken. «Wir vermuten, dass in den Schulen der Stromverbrauch wegen der neu in fast jedem Schulzimmer eingesetzten Beamer und Computer gestiegen ist.» Hinzu kommt, dass immer mehr Schüler und Studierende ihre eigenen Laptops in den Aufenthaltsräumen am Stromnetz anschliessen. In den Verwaltungsgebäuden tragen laut Mäusli geregelte Lampen, Etagen-Drucker und Flachbildschirme zum gesunkenen Energieverbrauch bei.

Kein Vergleich zu Kriegszeiten

Wie lässt sich also der Stromverbrauch senken? «Wir wollen dafür sorgen, dass in den Verwaltungs- und Schulgebäuden vermehrt stromsparende LED-Lampen zum Einsatz kommen», sagt der Kantonsbaumeister. «Ausserdem möchten wir ans Verbraucherverhalten der Kantonsangestellten appellieren.» Geplant ist ein Merkblatt für alle kantonalen Amtsstellen, wie sie den Stromverbrauch reduzieren können. «Es soll für alle Gebäude festgelegt werden, wie dort gelüftet oder wann das Licht gelöscht wird.» Im Vergleich zu den vom Regierungsrat während des Zweiten Weltkriegs verordneten Energiesparmassnahmen werden aber die neu erarbeitenden Vorschriften keinen Kantonsangestellten zum Frieren bringen.

Keine Zahlen für die Mietobjekte

Über den Heizenergie- und Stromverbrauch in denjenigen Büros, die der Kanton nicht besitzt, sondern gemietet hat (immerhin ein Viertel der Gesamtfläche), kann Bernhard Mäusli keine Auskunft geben. «Wir führen darüber keine Statistik. Auch haben wir auf die energetische Strategie der Eigentümer dieser Gebäude keinen grossen Einfluss», sagt der Kantonsbaumeister. Über die Spitalbauten führt die Solothurner Spitäler AG (soH) eigenständig Buchhaltung.