Die Nächte in der Schweiz werden immer heller: Einkaufszentren, deren Leuchtreklamen die Nacht fast zum Tag machen; Scheinwerfer, die Kirchen und Brücken bestrahlen; oder mit Kugelleuchten ausgestattete Parkplätze, die zugleich den Nachthimmel erhellen. Dieser «Lichtverschmutzung» (siehe Kasten) hat die Gemeinde Lommiswil bereits 2006 den Kampf angesagt. Auf kleineren Strassen werden zwischen 1 und 5 Uhr nachts die Laternen ganz ausgeschaltet. Bei grösseren Strassen brennt nur jede zweite Lampe, und auf der Kantonsstrasse wird die Leistung der Lampen zurückgefahren. Einzig die Kreuzungen bleiben normal beleuchtet.

In Obergerlafingen ist es, zumindest bei Neumondnächten, von 1 bis 5 Uhr stockdunkel. Seit Herbst 2010 schaltet die Wasserämter Gemeinde täglich zu dieser Zeit alle Strassenlampen ab. Die Gemeinde will damit die Umwelt schonen, aber auch Geld sparen. «Wir rechnen allerdings nicht mit Riesenbeträgen», sagt Gemeindepräsident Beat Muralt. Der Entscheid sei vielmehr im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit Energie gefällt worden. «Und dies vor Fukushima und erst noch in einem bürgerlichen Gemeinderat», scherzt Muralt. Einen positiven Aspekt kann er bereits nennen: Auf der Hauptstrasse wurde es hörbar ruhiger. «Man kann nicht mehr so schnell fahren. Die Autos passen das Tempo an.»

Bedenken wegen Sicherheit

Vor dem Entscheid zum Lichterlöschen war die Obergerlafinger Bevölkerung befragt worden. Rund zwei Drittel sprachen sich für die Massnahme aus. Natürlich seien anfänglich auch kritische Stimmen zu vernehmen gewesen, sagt Muralt. Bedenken wegen der Sicherheit etwa. Mittlerweile seien diese verflogen.

Nach einer Probephase hat im Juni 2010 auch die Mühledorfer Bevölkerung dem definitiven Ausschalten zugestimmt. Einzig in den Nächten auf Samstag und Sonntag bleiben die Lampen an. Auch in Mühledorf gab es anfänglich Bedenken bezüglich der Sicherheit. Diese Stimmen seien aber inzwischen leiser geworden, sagt Gemeindepräsidentin Verena Meyer. «Das Servicepersonal der Restaurants fühlt sich nach wie vor unwohl, wenn es auf den stockdunklen Strassen nach Hause gehen muss.»

Spargründe sind ebenso wichtig

Obergerlafingen folgt Anfang 2012 Bolken. Auch Etziken führt nächstes Jahr einen Probemonat durch; Hessigkofen plant, die Lampen ab Ende April nachts auszuschalten und in Oekingen wurde ein Ausschalten an der Gemeindeversammlung angedacht. Prüfen will man ein Lichterlöschen auch in Mümliswil-Ramiswil. In den Monaten Januar und Februar werde man einen Testlauf machen und danach die Bevölkerung befragen, erklärt Gemeindepräsident Kurt Bloch. In der Thaler Gemeinde sind es in erster Linie Spargründe, die zu diesem Entscheid geführt haben.

Während also vorab ländliche und eher kleinere Gemeinden ihre Lichter löschen, will man in grösseren Gemeinden nichts von dieser Massnahme wissen (siehe auch Artikel oben). «Wir haben ein Lichterlöschen geprüft», sagt Andreas Affolter, Bereichsleiter Tiefbau bei der Gemeinde Oensingen. Aufgrund der Grösse und der Lage der Gemeinde habe man sich aber gegen eine solche Massnahme entschieden. Auch nur in einzelnen Quartieren die Beleuchtung auszuschalten, sei nicht sehr sinnvoll. Affolter beruft sich dabei auf die Erfahrungen, die man in Murten machte. Als die Gemeinde in einzelnen Quartieren die Strassenbeleuchtung ausschaltete, installierten viele Liegenschaftsbesitzer eigene Leuchten mit Bewegungsmeldern.