Alters- und Pflegeheime

Ferienzimmer im Pflegeheim erfreuen sich grosser Beliebtheit

Anregend: Im Tagesheim mit anderen plaudern. Themenbilder: az

Anregend: Im Tagesheim mit anderen plaudern. Themenbilder: az

Die meisten Senioren möchten so lange wie möglich im eigenen Heim bleiben. Kurzaufenthalte in Alters- und Pflegeheimen werden aber immer beliebter, denn dadurch können die Senioren Abwechslung geniessen und die pflegende Familie wird entlastet.

Zu Hause fühlt man sich am wohlsten. Ein Grundsatz, der von vielen geteilt wird. So wollen auch viele Seniorinnen und Senioren im Kanton so lange wie möglich daheim leben können. Der Daueraufenthalt in einem Pflegeheim ist zudem sehr kostspielig.

Seit Jahren gibt es mit den Kurzaufenthalten ein Angebot für pflegebedürftige Senioren, welches diesen Wunsch unterstützt. Diese Angebote ermöglichen den pflegenden Angehörigen Ruhepausen, den Senioren soziale Kontakte und Betreuung.

Kampf gegen die Vereinsamung

Betagten steht es etwa offen, an einzelnen Tagen unter der Woche ein Tagesheim zu besuchen: Am Morgen wird man hingebracht, dort betreut und kann am Tagesprogramm teilnehmen. Dafür können Heime zwischen 80 und 125 Franken pro Tagesbesuch verlangen. Die Verpflegung ist inbegriffen. Gegen Abend wird man wieder nach Hause gebracht.

Die Geschäftsführer von drei Alters- und Pflegeheimen im Kanton, die zusätzlich eine Tagesstätte anbieten, schätzen deren Wert hoch ein: «Zu uns kommen oft Senioren, die alleinstehend sind und daheim vereinsamen würden», erklärt zum Beispiel Max Oser, Geschäftsführer vom Betagtenheim Blumenfeld in Zuchwil.

Dieses Heim bietet eine Tagesstätte an, die drei Personen Platz bietet. Das Alterszentrum Wenigstein, das zehn Plätze in der Tagesstätte zur Verfügung stellt, wird das Angebot ausweiten: Ab Sommer sind diese zusätzlich am Wochenende und an den Feiertagen geöffnet, da die Angehörigen auch an solchen Tagen eine Ruhepause wünschen. Trotzdem: An allen Tagen voll ausgelastet sind sie nicht. Einzelne freie Plätze gibt es immer wieder.

Kurt Friedli, Geschäftsführer des Seniorenzentrums Untergäu (mit zehn Plätzen in der Tagesstätte), sieht den Grund für die mancherorts fehlende Auslastung in der Finanzierung: «24 Franken des Betrags, den die Besucher für einen Tagesaufenthalt bezahlen müssen, zahlt die Krankenkasse.

Für den Rest müssen die Betreffenden selber aufkommen, das ist vielen zu teuer.» Der Bedarf wäre aber, so Friedli, bei den Senioren und den pflegenden Angehörigen sicher vorhanden.

Für Verfechter der Tagesstätten ist klar: Hätte der Kantonsrat es Ende letzten Jahres aus Spargründen nicht abgelehnt, analog zur Krankenkasse einen Beitrag der öffentlichen Hand von ebenfalls 24 Franken pro Tag zu sprechen, würden mehr Betagte das Angebot nutzen. Längst nicht alle interessierten Betagten haben nämlich Anspruch auf Ergänzungsleistungen.

Tagesstätten – ein Verlustgeschäft

Tagesstätten, die nicht an ein Alters- oder Pflegeheim angegliedert sind, sondern eigenständig geführt werden, haben mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Dies liegt zum einen an der Auslastung der Tagesplätze und zum anderen ist der Betrag von durchschnittlich 100 Franken pro Besucher und Tag kaum kostendeckend.

Das Tagesheim in Mümliswil Kopf-Hand-Herz bietet zwölf Plätze an. Noch nie waren alle davon besetzt, maximal acht Seniorinnen und Senioren machen jeweils davon Gebrauch.

Geöffnet hat das Heim nur drei Tage die Woche, obschon die Zeit der Betreiberinnen ausreichen würde, auch alle Arbeitstage das Tagesheim zu betreiben. Die Inhaberinnen Therese Berchtold und Karin Baschung können das Heim nach eigenen Angaben deshalb nur dank der Einkünfte ihrer Ehemänner weiterbetreiben.

Ferien im Altersheim

Ein weiteres Angebot für Kurzaufenthalte sind die Ferienzimmer. Die Idee: Man mietet ein Zimmer im Pflegeheim für einen Tag oder auch für ein paar Wochen. Dazu erhält man Verpflegung und Betreuung.

Vereinzelt werden Zimmer auch an Senioren vermietet, die nur eine Nacht bleiben möchten. Solche Ferienzimmer dienen zudem auch der Übergangspflege: Wer aus einem Spital kommt, hat die Möglichkeit, sich dort für ein paar Wochen betreuen zu lassen, um wieder für das selbstständige Leben gewappnet zu sein. Manche Institutionen bieten diese Zimmer zudem für Senioren an, die etwas Heimluft schnuppern wollen.

Momentan werden gemäss Katharina Ryser, Verwaltungsjuristin im Amt für soziale Sicherheit, rund 30 von 2750 Betten im Kanton für Feriengäste verwendet. Etwa 20 der über 40 Altersheime im Kanton bieten solche Zimmer an.

Die Nachfrage ist gross: Manche Heime stocken auf. Auch das Betagtenheim Blumenfeld in Zuchwil: Im Sommer wird es die Anzahl der Ferienzimmer von vier auf neun fast verdoppeln.

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