Ferienjobs
Ferienjobs sind zur Mangelware geworden im Kanton Solothurn

Schweizer Schüler und Studenten finden kaum mehr Arbeit während den Sommerferien. Im Kanton Solothurn ist das Angebot an Ferienjobs ebenfalls gering. Die Gründe dafür liegen bei Sicherheit und Einarbeitung.

Caroline Kienberger
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Bei Wernli sind jeden Sommer helfende Hände gefragt.

Bei Wernli sind jeden Sommer helfende Hände gefragt.

Bruno Kissling

Viele Schweizer Grossfirmen bieten für Schüler und Studenten keine Ferienjobs mehr an. Temporärbüros begründen den Rückgang mit den hohen Mindestlohnansätzen, die im auf Anfang 2012 in Kraft gesetzten Gesamtarbeitsvertrag für den Personalverleih festgeschrieben sind. Auch im Kanton Solothurn haben Studierende wenig Chancen auf eine Aushilfsstelle.

Sicherheitsauflagen erschweren Ferienarbeit

Ein häufiger Grund sind die strengen Sicherheitsbestimmungen in manchen Sektoren. Gemäss Markus Flück, Werkhof-Leiter der Bauunternehmung Marti AG Solothurn, würden Schüler und Studenten ohne praktische Erfahrung kaum eine Aushilfsstelle in der Baubranche finden. Aufgrund der Gefahren auf der Baustelle oder bei der Arbeit mit Maschinen dürften selbst Kandidaten mit erster Erfahrung nur für leichte Arbeiten im Werkhof eingesetzt werden.

Auch im Lebensmittelsektor werden Kurzeinsätze deshalb immer schwieriger. Birgit Schär, Personalmitarbeiterin bei Nestlé SA in Wangen, spricht dabei von einer Kostenfrage: «Angestellte müssen Gesundheitstests durchführen, bevor sie arbeiten dürfen. Das lohnt sich von den Kosten her nicht für kurze Arbeitseinsätze». Bis vor rund vier Jahren seien die Auflagen aber noch weniger streng gewesen.

Alpiq und Scintilla setzen auf Praktikanten

Die Einarbeitungszeit lohne sich im Verhältnis zur kurzen Einsatzdauer kaum, erklärt Dunja Bertin, HR-Fachassistentin bei Energiekonzern Alpiq in Olten. Manchmal bestehe jedoch für Studenten die Möglichkeit, eine längerfristige Anstellungen im Rahmen eines Praktikums zu erhalten. Diese könnten auch einfachere Aufgaben übernehmen, wenn Schüler während der Unterrichtszeit zeitlich nicht zur Verfügung stünden.

Auch beim Elektrowerkzeugehersteller Scintilla in Zuchwil werden nur Praktika angeboten. «Wir haben mehrere Praktikanten, die bei uns während sechs Monaten tätig sind. Vereinzelt arbeiten auch Werkstudenten bei uns, die parallel zum StudiumTeilzeit bei uns arbeiten», erklärt Mediensprecherin Anna Francesca Steinmann.

Ferienjobs bei Jura, Wernli oder ETA

Chancen auf einen Sommerjob bieten sich in der Region dennoch. Gross ist die Nachfrage beispielsweise beim Traditionsunternehmen ETA in Grenchen: «Wir haben diesen Sommer bereits 70 Anfragen erhalten, von denen allerdings nur einige berücksichtigt werden können. Viele davon setzen wir vorerst auf eine Warteliste», heisst es in der Personalabteilung des zur Swatch-Gruppe gehörenden Uhrwerkherstellers.

Auch beim Kaffeeautomatenhersteller Jura in Niederbuchsiten werden Anfragen gerne entgegengenommen. Gemäss Auskunft der Personalabteilung bietet das Unternehmen jedes Jahr mehrere Aushilfsstellen für Studierende an.

Offenbar sehr beliebt bei Schülerinnen und Schülern ist der Biscuit-Hersteller Wernli in Trimbach. Jobs während den Sommerferien seien jeweils ein grosses Thema, berichtet eine Personal-Mitarbeiterin. Das Interesse sei mit rund 80 Anfragen pro Saison gross. Zwar könne die Verpackungsabteilung in der Fabrik ständig Unterstützung gebrauchen, aber für alle Interessenten reiche es nicht.