Solothurnerinnen und Solothurner machen es den Zugvögeln gleich: Wird es kalt, fliegen sie gen Süden. Dies bestätigen lokale Reisebüros mindestens für jene, welche die Festtage nicht zu Hause verbringen wollen. Derya Tepeler, Geschäftsführerin von Biber Travel Biberist, erklärt auf Anfrage, dass ihre Kunden über Weihnachten und Neujahr am liebsten in die Ferne fliegen.

Die Malediven und die Karibik seien hoch im Kurs. Aber auch Thailand sei sehr beliebt. «Die Leute nehmen da auch gerne mal zehn Stunden Flug in Kauf», ergänzt Tepeler. Wer nicht ganz so weit fliegen wolle, der buche Ferien am Roten Meer in Ägypten.

Asien ist derzeit hoch im Kurs

Roland Gertsch, Geschäftsführer von Vasellari Reisen Solothurn und Isabel Spycher, Mitarbeiterin Ekoreisen Balsthal, stellen dieselben Trends fest. «Wer Badeferien machen will, reist meist nach Asien», erklärt Gertsch. Ganz abgesehen von den Traumstränden sei Asien klimatisch ideal, weil dort die gegenwärtig herrschende Trockenzeit für angenehme Temperaturen sorge. Mittelmeerkreuzfahrten seien bei jenen beliebt, welche kürzere Ferien machen und nicht unbedingt baden wollen.

Roland Gertsch erwähnt ausserdem ausländische Arbeitskräfte, die die freie Zeit der Feiertage nützen, um ihre Familien im Heimatland zu besuchen. «Dieses Kundensegment geht aber oft an uns vorbei», erklärt Gertsch. Dies, weil die meisten Flüge übers Internet gebucht würden.

In (fremde) Städte zieht es zwischen Weihnachten und Neujahr offenbar nur wenige. «Städtereisen ziehen vor allem vor Weihnachten, wenn die Leute Weihnachtsmärkte besuchen», bemerkt Isabel Spycher. Auch Tepeler bestätigt, dass die wenigsten einen Städtetrip planen während der Festtage.

Am häufigsten verreisen Paare

Im Gegensatz zu den Zugvögeln, ziehen die Solothurner nicht in Schwärmen los. «Bei uns buchen meistens Paare Ferien über die Festtage», erklärt Tepeler. Für Familien und junge Leute sei der Urlaub im Allgemeinen zu kostspielig. Fallen doch die Feiertage je nach Destination in die Hochsaison. Spycher ergänzt: «Für uns ist das nicht das Jahresgeschäft.» Der Schwerpunkt liege im Winter nach wie vor bei den Sportferien.

Bei Biber Travel spürt man dagegen ein steigendes Interesse am Urlaub in der Weihnachtszeit. «Immer mehr Leute gehen über die Festtage weg.» Tepeler vermutet, dass man Erholung suche und dem Weihnachtsstress entgehen wolle. Auch Roland Gertsch bemerkt, dass der Urlaub Ende Jahr sich grosser Beliebtheit erfreut. Ob jemand letztlich verreise, hänge aber auch damit zusammen, wie die Festtage fallen, betont Spycher. Gibt es viele Brückentage, gestalte man seine Ferien eher länger. Allerdings: «Dieses Jahr ist die Konstellation nicht so günstig.»

Von der anhaltenden Eurokrise merken die Reisebüros nicht mehr viel. «Die meisten Reiseveranstalter haben rauf die Situation reagiert und ihre Preise angepasst», erklärt Roland Gertsch. Auch Tepeler und Spycher finden, dass die Preise in Schweizer Franken inzwischen durchaus konkurrenzfähig seien. So würden die Kunden weniger auf Reisebüros im EU-Raum ausweichen.