Für den neuen Dokumentarfilm «#Female Pleasure» der Zürcherin Barbara Miller zeichnen als Executive Producers Ellen Ringier, Melanie Winiger und die Solothurner Kunsthistorikerin Roswitha Schild. Wir haben uns mit ihr über den Film unterhalten.

Wie sind Sie dazu gekommen, diesen Film zu coproduzieren?

Roswitha Schild: Marianne Jeger und der Produzent Philip Delaquis hatten vor zweieinhalb Jahren für die Restfinanzierung potenzielle Geldgeberinnen zu einem Informationsabend eingeladen. Ich habe mich sofort vom Thema des Filmes angesprochen gefühlt.

Kannten Sie die Regisseurin und den Produzenten bereits?

Nein. Barbara Miller war Regieassistentin bei Christian Freis «War Photographer», was mir ein gutes Gefühl gab. Dann hat mir imponiert, dass mit Philip Delaquis ein Mann Mitte Vierzig das Projekt realisieren will. Ein Mann, der die Gleichberechtigung der Frau auch privat lebt. Wenn seine Frau arbeitet, hütet er wie selbstverständlich die Kinder.

Hatten Sie in Ihrer Eigenschaft als Co-Produzentin ein Mitspracherecht?

Es gab immer wieder Meetings, an denen über die Produktion berichtet wurde. Den Fertigungsprozess des Filmes vom Rohschnitt bis zur endgültigen Fassung konnte ich so hautnah verfolgen. Dabei ist mir bewusst geworden, wie wichtig der Schnitt eines Filmes ist. Insgesamt war es doch eine ausserordentlich interessante und bereichernde Erfahrung.

Haben Sie denn auch die fünf porträtieren Frauen getroffen?

Vier davon waren bei der Aufführung am Festival von Locarno und der Premiere in Zürich dabei. Deborah Feldman war verhindert. Die Begegnung mit den Frauen hat mich sehr berührt. Wir haben uns bei verschiedenen Gelegenheiten intensiv unterhalten.

Der Film geht ja um die Gleichberechtigung der Frau, auch in sexueller Hinsicht. Ist das bei uns überhaupt noch ein Thema?

Oh ja! Natürlich geht es bei uns nicht um Genitalverstümmelungen wie in Somalia, aber es gibt in unserer Gesellschaft immer wieder die kleinen Demütigungen der Frauen. Vielfach lassen uns Frauen die Männer eine Art Überlegenheit spüren. Bei einer berufstätigen Frau wird immer die Frage gestellt, wie sie denn die Kinder betreuen soll. Bei Männern nicht.

Der Film läuft seit einer Woche in Deutschland. Wer besucht ihn?

Es sind vorwiegend junge Frauen, was mich etwas überrascht hat. Anderseits ist es wichtig, diese jungen Frauen aufzuklären, dass sie nicht ihr Leben in Abhängigkeit von Männern oder der Gesellschaft aufopfern sollen. Es braucht die im Film gezeigten Kämpferinnen, denn nur durch Rebellion lassen sich die konventionell verankerten Strukturen aufbrechen.

Sollen sich auch Männer diesen Film ansehen?

Unbedingt. Es wäre zu wünschen, dass das Publikum ungefähr hälftig aus Männern und Frauen bestehen würde.

Werden Sie auch künftig im Filmgeschäft mitmischen?

Nein, da besteht keine Absicht. Die Stossrichtung dieses Filmes war mir eine absolute Herzensangelegenheit.

Die Solothurner Premiere findet morgen Donnerstag, 22. November, 18 Uhr, im Kino Canva Club in Anwesenheit der Regisseurin Barbara Miller, der Co-Produzentin Roswitha Schild und der Social Media-Verantwortlichen Kora Schild statt. Kartenreservationen unter Tel. 032 685 68 18.