da Vinci Xi-Operationssystem
Feinste Mechanik und winzige Gelenke: Im Kanton Solothurn operiert nun ein Roboter

Die Solothurner Spitäler AG (soH) bietet neu in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie minimalinvasive, Roboter-assistierte Operationen an. Dafür hat sie das weltweit etablierte da Vinci Xi-Operationssystem beschafft.

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Da Vinci Xi-Operationsroboter im Einsatz im Kantonsspital Olten
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Er hat die ärztliche Leitung des interdisziplinären Projekts inne
Minimalinvasive Roboter-assistierte Operationen sind die natürliche Weiterentwicklung der klassischen „Schlüsselloch-Chirurgie“.

Da Vinci Xi-Operationsroboter im Einsatz im Kantonsspital Olten

zvg/soH

Was in den USA längst zum Standard gehört, setzt sich aufgrund der guten Behandlungsergebnisse auch in Mitteleuropa immer mehr durch: die Roboter-assistierte Chirurgie. In den USA sind bereits über 3‘000 Roboter in Spitälern im Einsatz, in Europa über 700. Mit steigender Tendenz. Bis heute wurden weltweit fast 5 Mio. Roboter-assistierte Eingriffe durchgeführt, vor allem in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie.

«Minimalinvasive Roboter-assistierte Operationen sind die natürliche Weiterentwicklung der klassischen ‹Schlüsselloch-Chirurgie›», heisst es in einer Mitteilung der Solothurner Spitäler AG (soH). Blinddarm- oder Gallenbasenentfernungen, aber auch Eingriffe bei Hernien und am Dickdarm erfolgen seit Jahren standardmässig laparoskopisch.

Der Chirurg steuert erstmals einen Operationsroboter mit vier Armen. Die Roboter-Arme bedienen Instrumente mit feinster Mechanik und winzigen Gelenken, die ganz neue Bewegungsgrade haben. Es ist die Evolution von der «laparoskopischen Pinzette» zum «laparoskopischen Handgelenk».

Hinzu kommen noch mehr Sicherheit durch ruhige und präzise Bewegungen und Navigation im Körper sowie die Möglichkeit, ganz neue Operationsarten durchzuführen. Zum Beispiel bei grossen Hernienoperationen würden die Patientinnen und Patienten zusätzlich dank weniger Schmerzen und durch kürzere Spitalaufenthalte profitieren, schreibt die soH weiter. Der Operateur könne entspannter und somit konzentrierter arbeiten.

Die soH hat sich entschieden, das da Vinci Xi Roboter-System für das Kantonsspital Olten zu beschaffen. Die ärztliche Leitung des interdisziplinären Projekts hat Prof. Dr. med. Ulrich Dietz, Leitender Arzt Chirurgie soH am Kantonsspital Olten. «Das gesamte beteiligte Team – Chirurgen, Anästhesisten, Instrumentierende und Operationspflegende – werden in der Implementierungsphase international standardisiert geschult», heisst es im Communiqué.

Angeboten werden zu Beginn Roboter-assistierte Eingriffe in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie. Die chirurgischen Abteilungen der soH werden die angebotenen Eingriffe schrittweise ergänzen, wird angekündigt.

Dank der standortübergreifenden Organisation der Chirurgie in der soH wird die da Vinci Operationstechnik allen chirurgischen Patientinnen und Patienten der soH zugänglich sein. (mgt)