Der Ton in der politischen Auseinandersetzung verschärft sich. Zuerst sagte FDP-Parteipräsident Stefan Nünlist vor seiner Nomination zum Ständeratskandidaten, um den Sitz zurückzuholen, «müssen wir einen Aristokraten aus dem Stöckli putzen». Dann legte sein Amtsvorgänger an der Parteispitze, Kantonsrat Christian Scheuermeyer, nach und enervierte sich über die behauptete Tatsache, dass CVP-Ständerat Pirmin Bischof dem Komitee «Solothurn machts vor», das am 19. Mai ein doppeltes Ja empfiehlt, nicht angehört. Schlicht und ergreifend unverständlich sei das, meinte Scheuermeyer.

Doch wie verhält es sich nun tatsächlich? Faktum ist, dass Bischof aktiv als Co-Präsident des Solothurner Komitees «Ja zur Steuervorlage» in Erscheinung tritt, das sich um die nationale Steuerreform und AHV-Finanzierung bemüht und gleichzeitig die Solothurner Lösung bewirbt. Warum also nicht auch eine Mitgliedschaft bei «Solothurn machts vor»? So wie es beispielsweise FDP-Nationalrat Kurt Fluri und SVP-Nationalrat Christian Imark tun? Bischof sagt auf Anfrage: «Ich gehöre selbstverständlich beiden Komitees an.» Und siehe da: War der Name von Bischof heute Morgen auf der Liste noch nicht auffindbar, war er es am Nachmittag urplötzlich. Ein Schnellbeitritt zur Schadensminimierung? «Nein, ich habe zu beiden Komitees meinen Beitritt erklärt», sagt Bischof.

Eine Nachfrage bei der Koordinationsstelle des Komitees «Solothurn machts vor» ergibt: Der Wille Bischofs, beiden Komitees angehören zu wollen, war klar, doch beim Sichtbarmachen desselben haperte es. Wo es genau klemmte, ist nicht im Detail zu eruieren. Einerlei: Der freisinnige Fehlalarm führte immerhin dazu, dass die Kirche im Dorf bleibt und das Bischof’sche Doppel-Ja auch komiteemässig abgesichert ist. Wenn denn je daran zu zweifeln war.