Kantonsrat

FDP fordert zwei Wochen weniger Schulferien im Jahr

Die FDB-Fraktion im Kantonsrat verlangt 40 Wochen Schule pro Jahr, für die Schüler würde das zwei Wochen weniger Ferien bedeuten.

Die FDB-Fraktion im Kantonsrat verlangt 40 Wochen Schule pro Jahr, für die Schüler würde das zwei Wochen weniger Ferien bedeuten.

40 statt wie bisher 38 Wochen Schule und damit nur noch 12 statt 14 Wochen Ferien: Das verlangt die FDP-Fraktion im Kantonsrat. Der Regierungsrat sagt weder Ja noch Nein; er will eine Erhöhung der Schulwochen zuerst umfassend prüfen.

Solothurner Schüler/-innen haben pro Jahr 38 Wochen Schule: So bestimmen es die kantonalen Gesetze für die Volks-, Mittel- und Berufsschule. Das ist im gesamtschweizerischen Vergleich wenig.

Vier Ostschweizer Kantone haben 40 Schulwochen, zehn Kantone (darunter die Nachbarn AG, BE, BL, JU sowie auch BS und ZH) haben 39 Wochen, zwei verlangen 38,5 Wochen.

Sieben Kantone liegen gleichauf mit Solothurn, und nur gerade zwei Kantone, liegen darunter, nämlich Wallis mit 37 und Tessin mit 36,5 Wochen. Aus Schülersicht empfiehlt sich somit das Tessin als Wohnort.

Diese Sicht wäre aber zu einfach, findet die FDP-Fraktion im Solothurner Kantonsrat. Sie will aber nicht die Schüler stressen, ganz im Gegenteil. Für die FDP liegt die wöchentliche Lektionenzahl der Solothurner Schüler/-innen nämlich an der mittleren bis oberen Belastungsgrenze.

«Die Ausweitung auf 40 Schulwochen mindert den schulischen Druck auf die Schülerinnen und Schüler und wirkt sich dadurch auch positiv auf die Entwicklung unserer Kinder aus», so die FDP in ihrer Begründung.

Auch für die Lehrer/-innen würde sich eine Verteilung der gleichen Anzahl Lektionen auf mehr Schulwochen günstig auswirken. Und durch die Senkung der Anzahl Lektionen pro Woche erhofft sich die FDP erst noch einen Spareffekt. Nur Gewinner also?

Weniger Lektionen als anderswo

Die Stellungnahme des Regierungsrates versalzt diese verführerische Argumentation mit ein paar Wenn und Aber. So erinnert sie daran, dass Schülerinnen und Schüler im Kanton Solothurn schlicht weniger Unterrichtslektionen erhalten als im Rest der Schweiz.

Im Jahr 2008 waren es am wenigsten Volksschul-Lektionen von allen Kantonen, seither hat der Kanton durch die Einführung der Frühfremdsprachen etwas aufgeholt. Heute sind es auf der Primarstufe aber immer noch nur 6080 Lektionen, im Vergleich zu 6438 Lektionen im Landesdurchschnitt (94,4 Prozent).

Soll nun durch zusätzliche Schulwochen das Lektionentotal erhöht werden? Oder sollen durch Abbau der wöchentlichen Lektionenzahl die Schüler entlastet und Geld gespart werden? – Die Regierung erwähnt auch, dass das wöchentliche Unterrichtspensum der Solothurner Lehrer/-innen im schweizerischen Vergleich hoch ist. Wenn gespart werden soll, müsste dies hohe Unterrichtspensum beibehalten werden; der Spareffekt würde dann durch einen Stellenabbau erreicht.

Unter dem Strich findet die Regierung eine Erhöhung der Anzahl Unterrichtswochen prüfenswert. Doch sollten dabei auch die Auswirkungen auf Lektionentafeln, Arbeitsverhältnisse der Lehrer/-innen, Schulorganisation und Bedürfnisse von Eltern und Schulkindern genau angeschaut werden. Die Regierung wünscht sich darum vorerst einen unverbindlichen Prüfauftrag. Dementsprechend soll der Wortlaut des FDP-Auftrags geändert werden.

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