«Wir planen etwas Überraschendes», hatte FDP-Präsident Christian Scheuermeyer den Delegierten seiner Partei den Speck durchs Maul gezogen. An der Nominationsversammlung von Ende März, als die FDP ihre zwei Nationalratslisten auf den Schild hob, liess sich die Geschäftsleitung die Kompetenz geben, zusätzlich noch eine «Unterstützerliste» ins Rennen zu schicken. Davon versprach sich der Parteivorstand zusätzliche Wählerstimmen.

Doch seit der damaligen Ankündigung blieb es ruhig um die freisinnige «Unterstützerliste». Jetzt, kurz vor dem Anmeldeschluss vom kommenden Montag, muss Parteipräsident Scheuermeyer einräumen: Aus der versprochenen Überraschung wird nichts. «Es war eine sehr gute Idee, aber leider haben wir nicht die nötige Anzahl Kandidaten gefunden, die zum Mitmachen bereit waren», erklärt Scheuermeyer auf Anfrage den Rückzieher. Was genau die Idee war, möchte der FDP-Präsident nicht in der Zeitung lesen. Denn für immer abschreiben will er sie nicht: «Vielleicht klappt es das nächste Mal.»

Keine Listenverbindungen mit anderen Parteien

Überraschungen sind von der FDP auch in Sachen Listenverbindungen keine zu erwarten, bestätigt Christian Scheuermeyer. Nachdem die sich bis zuletzt zierende GLP gestern doch noch ihr erwartetes Bündnis mit CVP, BDP und EVP bekannt gegeben hat, ist auch die letzte Möglichkeit verbaut, dass etwa die BDP doch noch – wie vor vier Jahren – der FDP zuneigen könnte. Und ein Last-Minute-Angebot wie dasjenige der rechtsextremen Pegida-Partei DPS an die SVP käme bei der FDP schon gar nicht in Frage: «Über Listenverbindungen entscheiden bei der FDP die Delegierten, das wäre so kurzfristig gar nicht möglich», so Scheuermeyer.

Damit bleibt es für die FDP bei den «hausinternen» Listenverbindungen der beiden Stammlisten und der beiden jungfreisinnigen Listen. Um den Preis, dass ein zweiter FDP-Nationalratssitz nach menschlichem Ermessen im Oktober erneut ausser Reichweite bleiben wird. (cva)