Weissenstein
Fast jeder der 500 Festival-Besucher trägt verschlammte Gummistiefel

Tipis, Jurten, bunte Fahnen, Glöcklein, Trommelschläge und Alphornklänge – trotz Nebel und Regen geht es diese Woche auf dem Weissenstein farbenfroh zu und her. Zum 20. Mal findet hier das Uhuru statt, das Festival für Tanz und Musik.

Rahel Nicolet
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Das Uhuru feiert dieses Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum
39 Bilder
Beim Sennhaus wird Alphorn gespielt
Das Wetter ist trostlos
Riesige Pfützen bilden sich
Die Teilnehmer müssen gute Schuhe dabeihaben
20. Uhuru-Festival auf dem Weissenstein
Der Eingang zu einem der Werkshopzelte
Trommelworkshop
Den Takt finden
Sie musizieren auf verschiedenen Holzinstrumenten
Bunte Rassel
Kylophon-Spiel
Xylophon
Tanzworkshop
Tanzworkshop
Blick auf den Zeltplatz
Es könnte schöneres Wetter sein zum Zelten
Ein Brot zum Zmittag
Wer nicht selbst kochen will, kann sich auch hier verpflegen
Sie ruhen sich drinnen aus
Eine Rutsche für die Kinder
Spass im Match

Das Uhuru feiert dieses Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum

Hansjörg Sahli

«Man findet alles hier», berichtet Stefan Frey vom Festival-OK: Die Grossmutter, die mit ihren fünf Enkeln im Postauto angereist ist. Leute, die in ihren dreirädrigen Lastwägelchen oder VW-Bussen übernachten. «Die Tapferen spannen nur eine Plane auf zum Schutz gegen Kälte und Regen. Andere dagegen bauen sich Zelte mitsamt Holzbett.»

Über 500 Personen seien angereist, um einen der Wochenkurse zu besuchen. «Dazu kommen deren Kinder, Leute, die keine Kurse belegen sowie Tagesbesucher.»
Vor einem Zelt qualmt es. In einem halben Blechfass versucht Friedrich Jeger aus Laufen, ein Feuer zu entzünden. «Das ist schwierig, mit so feuchtem Holz.» Entmutigen lässt er sich jedoch nicht. «Wo Rauch ist, da ist auch Feuer.» tatsächlich brennt das Holz nach einigen Minuten. Die Gasflasche, welche Jeger für den Notfall dabei hat, braucht er nicht.

Fast jeder Festival-Besucher trägt verschlammte Gummistiefel. «Das ist die Grundausrüstung hier am Uhuru», lacht Claudia Baru. Manche lassen die Schuhe gleich weg. So etwa Anne Gret aus Zürich, die mit blossen, mit bunten Sternen bemalten, Füssen durch den Matsch watet. «Gleich werde ich singen wie im Himmel», verkündet sie. Sie besucht den Gesangskurs «Wie im Himmel» bei der Klangforscherin und Musiktherapeutin Nika Bär.

Vielfältiges Kursangebot

So vielfältig die Menschen sind am Festival, so unterschiedlich sind auch die Kurse. Das Angebot reicht von Capoeira oder Rappen, über Jodeln und Alphorn bis zu Yoga und Contactimprovisation. Juliette Rumpf aus Zürich hat ihr Zelt dirket neben dem Djembe-Kurszelt aufgestellt. «Die Trommelklänge haben so schön herüber geklungen, dass ich spontan gefragt habe, ob ich am Kurs teilnehmen kann.» Sie trommle zum ersten Mal und sei begeistert vom Rhythmus. «Der Lehrer hat die Musik im Blut, es macht Spass ihm zuzuhören und zuzuschauen.»

Uhuru als Kinderfest

Immer wieder kommen Kinder vorbei, schauen den Trommlern kurz zu und hüpfen dann weiter. «Für Kinder ist es ein Traum hier oben», findet Björn Winiger aus Basel. «Sie können sich auf dem Gelände frei bewegen und haben Freude daran, im Schlamm zu spielen.» Ausserdem gäbe es unzählige Kurse und Unterhaltungsangebote für sie. So etwa das Bastelzelt; eine Hüpfburg, das Märli-Zelt oder der Zirkus Loli Pop. Hier gibt Winiger gerade seine jüngere Tochter ab.

Sie lernt Zirkuselementen wie Seiltanz, Zauberei, Akrobatik oder Jonglage. Die Kinder proben zwei Stunden am Tag. Am Ende der Woche werden sie in einer Vorstellung zeigen, was sie einstudiert haben. «Zum Abschluss des diesjährigen Uhurus wird es am Samstagabend zudem ein Jubiläums-Konzert geben», so Frey. Mit traditioneller irischer und schottischer Musik wird die Band Inisch das Musik- und Tanzfestival abrunden.