Kanton Solothurn

Fast 10 Prozent der Lehrverträge werden wieder aufgelöst

Überproportional hohe Auflösungsraten der Lehrverträge weisen vor allem die Gastronomie und das Ernährungsgewerbe mit ihren spezifischen Arbeits- und Lohnbedingungen auf. (Archiv)

Überproportional hohe Auflösungsraten der Lehrverträge weisen vor allem die Gastronomie und das Ernährungsgewerbe mit ihren spezifischen Arbeits- und Lohnbedingungen auf. (Archiv)

Die Lernenden-Statistik 2014 zeigt, dass rund 55 Prozent der Jugendlichen nach dem Schulabschluss eine Berufslehre begonnen haben. Rund jedes zehnte Lehrverhältnis musste aber wieder aufgelöst werden.

Ende 2014 befanden sich 6313 junge Menschen in einer beruflichen Grundbildung. Das sind nur 16 weniger als 2013. Grund für diesen leichten Rückgang seien die zurzeit abnehmenden Schülerzahlen, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Dieser Trend werde sich in den kommenden acht Jahren fortsetzen.

Am begehrtesten sind im Kanton Solothurn weiterhin die Berufe im kaufmännischen Bereich (931), Im Detailhandel (869) und in den technischen Berufen der Metall- und Maschinenindustrie (748).

55 Prozent der Jugendlichen, die im vergangenen Jahr die Schule verlassen haben, sind in eine berufliche Grundausbildung eingetreten. 30 Prozent besuchen eine allgemeinbildende Schule, 12 Prozent absolvieren Brückenangebote oder Zwischenlösungen und nur knapp 3 Prozent verfügten im Sommer 2014 über keine Anschlusslösung.

2206 neue Lehrverhältnisse (2013: 2331) sind im vergangenen Jahr für drei-  oder vierjährige Berufslehren abgeschlossen worden, 290 (2013: 292) Lernende haben eine zweijährige Berufslehre begonnen. Diese Zahlen belegen, dass die Ausbildungsbereitschaft der Solothurner Unternehmen weiterhin hoch ist.

Erfolgsmodell «Nachholbildung»

«Die hohe Durchlässigkeit im schweizerischen Berufsbildungssystem zeigt im Kanton Solothurn deutlich Erfolge», heisst es von Seiten des Amts. Dies, da sich zurzeit 242 Personen in einer Zweitausbildung befinden und 60 Personen eine verkürzte Berufslehre absolvieren, da ihnen ihre Vorbildung angerechnet wird.

Dasselbe lässt sich über die sogenannte «Nachholbildung» sagen. Gegenwärtig bereiten sich 364 Personen nach mehrjähriger Berufspraxis, aber ohne entsprechend anerkannten Berufsabschluss, auf das Qualifikationsverfahren vor. Damit erhält die Wirtschaft weitere Fachleute, angesichts der demografischen Entwicklung eine nicht zu unterschätzende Ressource.

Schattenseite: Vertragsauflösungen

Auch wenn die Solothurner Lehrstellenstatistik mit 9,4 Prozent eine im Vergleich zu den Nachbarkantonen eher unterdurchschnittliche Vertragsauflösungsquote ausweist, bedeutet dies, dass beinahe jeder zehnte Lehrvertrag vorzeitig aufgelöst werden muss.

«Liegen die Hauptgründe bei den drei- und vierjährigen Berufslehren vor allem in ungenügenden Leistungen oder falscher Berufswahl, so ist auffallend, dass in den zweijährigen Ausbildungen Pflichtverletzungen der Lernenden mit Abstand den Hauptgrund für die Vertragsauflösung liefern», so das Amt für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen.

Vor allem die Gastronomie und das Ernährungsgewerbe mit ihren spezifischen Arbeits- und Lohnbedingungen, würden überprozentual hohe Auflösungsraten aufweisen.

Um dem entgegen zu wirken, entwickelt das Amt für Berufsbildung, Mittel– und Hochschulen laufend geeignete Massnahmen, um die Zahl der Vertragsauflösungen zu senken. (mgt/ldu)

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