Coronasituation
Fallzahlen verharren auf hohem Niveau — zusätzlich steht auch im Kanton Solothurn die Mutation im Fokus

Wie ernst die Lage im Kanton Solothurn wirklich ist, kann erst Mitte Januar beurteilt werde. Nach wie vor sind viele Menschen im Spital.

Rebekka Balzarini
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Es befinden sich aktuell 57 Covid-19-Patienten im Spital, Stand Mittwoch. (Symbolbild)

Es befinden sich aktuell 57 Covid-19-Patienten im Spital, Stand Mittwoch. (Symbolbild)

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Sie war schon schlimmer, aber richtig bessern will sie sich auch nicht: Die epidemiologische Lage im Kanton. Das zeigt der erste Situationsbericht im Jahr 2021, den das Gesundheitsamt am Mittwoch veröffentlicht hat.

«Die Fallzahlen verharren weiterhin auf hohem Niveau. Ein Trend kann zurzeit nicht abgeschätzt werden, da die Anzahl durchgeführter Tests über die Feiertage eingebrochen ist und die Positivitätsrate entsprechend angestiegen ist», schreibt der Kantonsarzt Lukas Fenner dazu. Die Positivitätsrate betrug in der vergangenen Woche 17.1 Prozent, zwei Wochen davor lag sie noch bei 12.4 Prozent.

Am Mittwoch gab der Kanton 118 neue laborbestätigte Neuinfektionen bekannt, zwei weitere Personen sind verstorben. 57 Covid-19-Patientinnen und Patienten wurden in den Kantonsspitälern gepflegt, 12 davon auf der Intensivstation. Damit hat sich die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation versorgt werden, seit Anfang Dezember nicht gross verändert.

Neue Virusvariante ist auch im Kanton ein Fokus

Die für Montag berechnete Reproduktionszahl lag bei 0.85. Diese ist nur leicht höher als in der Vorwoche, damals lag die im Situationsbericht angegebene Reproduktionszahl bei 0.84. Die Reproduktionszahl zeigt, wie viele Personen von einer Infizierten Person durchschnittlich angesteckt werden. Liegt die Zahl unter 1, dann geht die Zahl der Neuinfektionen zurück.

Die Reproduktionszahl kann nur mit Verzögerung berechnet werden und bildet das Infektionsgeschehen vor zwei Wochen ab. Die in dieser Woche veröffentlichte Reproduktionszahl ist laut dem Kantonsarzt also mit Vorsicht zu betrachten: «Die Reproduktionszahl wird wahrscheinlich aktuell zu tief geschätzt», schreibt er. «Schliesslich können mögliche Auswirkungen der Neujahrstage, etwa vermehrte soziale Kontakte und Reiseaktivitäten auf die epidemiologische Situation nur zeitverzögert beobachtet werden.»

Wie die Lage im Kanton wirklich ist, könne erst Mitte Januar zuverlässig eingeschätzt werden. Unter anderem auch, weil die neue Variante des Coronavirus, die zuerst in Grossbritannien aufgetreten und mittlerweile auch in der Schweiz festgestellt worden ist, sich auch im Kanton Solothurn ausbreiten könnte. Die Variante soll laut Studien bis zu 70 Prozent ansteckender sein als bisher beobachtete Varianten.

Bezüglich der neuen Virusvariante beobachte auch der Kanton Solothurn die Situation laufend, so Fenner. Eine Ausbreitung ganz zu verhindern werde kaum gelingen, Ziel sei es deshalb, die Variante mit Hilfe des Contact Tracing zu verlangsamen oder einzudämmen. «Grundsätzlich wird ein intensiviertes Contact Tracing bei Reiserückkehrern aus Grossbritannien und Südafrika sowie bei deren Kontaktpersonen durchgeführt», erklärt er das Vorgehen im Kanton. Bei Verdachtsfällen werde abgeklärt, ob es sich um die neue Virusvariante handle. Bisher wurde im Kanton kein Fall gefunden.