Bundesgericht
«Fahrt» nach Lausanne kostet Unfallverursacher 2000 Franken

Die höchsten Richter des Landes bestätigen den Schuldspruch gegen einen Automobilisten wegen Grobfahrlässigkeit. Dieser war auf der A1 in einen Signalisationsanhänger einer Autobahn-Baustelle geprallt.

Urs Mathys
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Baustellen auf Autobahnen: Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. (Symbolbild az)

Baustellen auf Autobahnen: Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. (Symbolbild az)

Emanuel per Freudiger

Er fuhr am 1. November 2012 um 01.38 Uhr nachts mit vollem Tempo auf einen Signalisationsanhänger einer Autobahn-Baustelle auf. Jetzt hat auch das Bundesgericht den Automobilisten deswegen der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Zusätzlich zu der vom Solothurner Obergericht verhängten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 170 Franken und einer Busse von 400 Franken werden nun auch noch die Bundesgerichtskosten von 2000 Franken fällig.

Der Vorfall hatte sich vor bald zwei Jahren auf Gemeindegebiet von Kappel auf der A1 ereignet. Der ortskundige Automobilist war nach eigenen Angaben in Gedanken versunken in Fahrtrichtung Zürich unterwegs gewesen. Urplötzlich habe er vor seinem Auto einen mit gelben Warnblinklichtern ausgestatteten Signalisationsanhänger einer Baustelle erkannt.

«Erhöhte Aufmerksamkeit nötig»

Es kam zum Crash, den der Lenker selber zwar unverletzt überstand – doch die juristischen Folgen liessen nicht auf sich warten. Das Amtsgericht Olten-Gösgen hatte noch auf einfache Verletzung der Verkehrsregeln erkannt und eine Busse von 500 Franken ausgesprochen. Doch das Obergericht legte auf Berufung der Staatsanwaltschaft noch einen Zacken zu: Es sprach den Fehlbaren im vergangenen Mai der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig und setzte gleichzeitig auch die Strafe entsprechend herauf.

Zu Recht, wie nun auch die Lausanner Richter feststellten. Grob fahrlässig verhalte sich, wer mit einem rücksichtslosen, in diesem Fall bedenkenlosen Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern unterwegs sei. So habe der Automobilist zwar eine Vorsignalisation der Baustelle registriert gehabt, sei in der Folge aber «nicht genügend aufmerksam gefahren und gedanklich bei seiner Arbeit gewesen», wie schon das Obergericht festgestellt hatte. «Der Beschwerdeführer wäre zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet gewesen, da er sich bei Nacht auf der Autobahn einer Baustelle näherte», heisst es nun auch im Lausanner Urteil.

Mit seinem Selbstunfall habe der Lenker «eine erhöhte abstrakte Gefährdung und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer» geschaffen, heisst es unter Verweis auf mögliche Auffahrunfälle wegen der beschädigten Warnblinkanlage und der ölverschmutzten Fahrbahn.

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