Wirtschaftsapéro

Fachkräfte finden? Mit dem richtigen «Spirit»

Regionale Arbeitgeber referieren in Balsthal. Dabei wurde ausführlich über das Thema Fachkräftemangel diskutiert.

Das sind keine rosigen Aussichten: Der Kanton Solothurn sei vom Fachkräftemangel überdurchschnittlich betroffen. Über die Hälfte der Firmen, die Stellen ausschreiben, könne diese nicht, oder nicht wie gewünscht besetzen. Mit diesen Informationen begann am Donnerstagabend das 9. Wirtschaftsapéro der Region Thal und der Agenda 21 SO - unterstützt vom Industrie- und Handelsverein Thal-Gäu-Bipperamt sowie der Solothurner Wirtschaftsförderung - in Balsthal. Über 300 Zuschauer kamen in der Firma Jomos zusammen, um Referaten und einem Podium zu diesem Thema zu lauschen.

Es referierten auch zwei Redner, die den Fachkräftemangel in der Region aus ihrem Alltag kennen: Benno Schmid, Verwaltungsratspräsident der ChemValve Schmid AG in Welschenrohr, und Michael Pohlscheidt. Er ist Standortleiter des internationalen Biotech Unternehmen Biogen in Luterbach. Derzeit wird dort noch gebaut, bereits nächstes Jahr soll der Betrieb aber losgehen. Das heisst für den Konzern: Fachkräfte rekrutieren, und zwar nicht zu knapp. Monatlich würden 15 bis 20 neue Mitarbeiter eingestellt, erklärte Pohlscheidt. Wie findet der Konzern in so knapper Zeit genügend Fachleute – und das in einem Kanton, der überdurchschnittlich vom Fachkräftemangel betroffen ist?

Den Mitarbeiter etwas bieten

Rund 600 Arbeitsplätze schafft Biogen in Luterbach. Als attraktiver Arbeitgeber, ist der Standortleiter überzeugt. In dieser Firma könne jeder mit jedem sprechen, es herrsche ein besonderer «Spirit», den das Unternehmen schliesslich von anderen unterscheide. In seinem Referat und in der anschliessenden Podiumsdiskussion erklärte der deutschstämmige Pohlscheidt genauer, was die Firma denn ausmache.

Biogen investiere in die Ausbildung der Mitarbeiter, finanziere Sprachkurse, ermögliche Austausche in beispielsweise den Biogen-Standort in Dänemark. Man suche auch nicht nur Fachkräfte, die sich nur durch einen Titel auszeichnen, so Pohlscheidt. Damit alleine verdiene man keine Brötchen. So stelle Biogen auch Fachkräfte aus verwandten Branchen, wie aus dem Medtech-Bereich ein. Pohlscheidt erörtert zudem den Plan, Mitarbeiter der Galderma Spirig AG in Egerkingen zu übernehmen, welche ihre Produktion bis Ende Jahr einstellen wird. Aber auch aus dem Ausland heuert der Konzern Leute an, um die Stellen zu besetzen: Fachkräfte aus über 27 Nationen arbeiten bei Biogen. Und diese würden eben nicht nur für den Lohn - «Schtutz heisst das hier glaube ich» – arbeiten. Sondern wegen dem «Spirit» der Firma.

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