«Ich will doch kein Spielverderber sein!», tönt es von überall her, wenn man bei den «Nominierten» der neusten Facebook-Mutprobe nachfragt. Doch was ist denn das für ein Spiel? Häufige Facebook-User haben in den letzten Tagen bestimmt Videos von Freunden entdeckt, die diese in Badehosen an einem Gewässer zeigen.

Im Video werden dann drei Facebook-Freunde nominiert, die in den nächsten 48 Stunden genau das Gleiche tun sollen: Nämlich in eiskaltes Wasser springen.

Sei dies ein Brunnen oder ein Fluss oder . . . Die Belohnung für den so gezeigten Mut und den «Videobeweis» auf Facebook ist meistens alkoholischer Art.

Ebenso wie die «Bestrafung», sollte sich jemand weigern, die Aufforderung zur Mutprobe anzunehmen.

«Es ist mal was ganz anderes»

Jeanine Hänni aus Oberbipp wurde von ihrer besten Kollegin nominiert. «Viele meiner Freunde haben dies schon gemacht und es ist mal was anderes. Irgendwie fand ich es lustig», so Hänni. Einer ihrer «Leidensgenossen» aus Niederbipp liess sich ebenfalls keine doofen Sprüche von Kollegen gefallen und akzeptierte die Herausforderung, seinen Mut unter Beweis zu stellen. «Ich wurde am Sonntag nominiert und bin darauf sofort an die Aare gefahren. Ich finde es eine coole und lustige Sache, ausserdem hat ja nicht jeder den Mut, bei rund 12 Grad ins Wasser zu gehen», findet Fabian Messerli.

Es sei auch ganz amüsant, seinen Freunden dabei zuzusehen, da man genau wisse, wie es sich anfühlt, erzählt Messerli. «Es ist mal was anderes», meint auch Joy Fischer, «als die ewige Anstupserei auf Facebook. Es entsteht sicher ein Gruppendruck, ich hätte dazu niemals Nein gesagt. Ich wollte auch nicht die Spassbremse oder das Weichei sein, da sehr viele meiner Freunde auf Facebook mitgemacht haben. Als ‹Belohnung› kannst du noch drei Freunde dazu verdonnern oder bekommst zumindest ein Bier von ihnen bezahlt», fügt Fischer an.

In Wangen an der Aare wohnhaft, hat sie natürlich diesen Fluss für die erfrischende Abkühlung gewählt.

Die Kommentare zu den auf Facebook in immer grösserer Zahl kursierenden Videos sind alle sehr ähnlich: Den einen wird gratuliert, anderen Mutlosigkeit unterstellt – und die Hoffnung ausgedrückt, dass man selber nicht nominiert wird.