Kanton Solothurn
«Fabeso»: Die Ehe- und Lebensberatung hat neuen Auftritt

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Der neue Internetaufritt der Fachstelle.

Der neue Internetaufritt der Fachstelle.

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Ein neuer Name und ein zeitgemässer Internetauftritt: Der Verein für Ehe- und Lebensberatung des Kantons Solothurn reagiert auf die veränderten Informationsgewohnheiten. Von nun an präsentiert sich die 45-jährige Institution der Öffentlichkeit als «Fachstelle Beziehungsfragen Kanton Solothurn Fabeso». Getragen wird sie von den drei Landeskirchen und dem Verband der Einwohnergemeinden.

«Man sucht Beratung nicht beim Verein, sondern bei einer Fachstelle», argumentierte Geschäftsstellenleiterin Hilde Spieler Gonseth bei der Vereinsversammlung am Dienstagabend im «Roten Turm» in Solothurn. Fachstellen betreibt der Verein in Solothurn, Grenchen, Olten und Breitenbach. Diese sind gut ausgelastet. Im Bereich «Ehe- und Lebensfragen» hat die Anzahl der beratenen Personen mit 913 letztes Jahr leicht zugenommen (2017: 873). Es fanden 1460 Beratungen statt. Im Bereich «Schwangerschaft und Familienplanung» gab es letztes Jahr 523 Beratungen (2017: 467).

Personell hatte Vereinspräsident Ruedi Köhli einige Veränderungen zu verkünden. Die Geschäftsstellenleiterin Hilde Spieler, Fachstelle Olten, im Amt seit 1992, tritt Mitte Jahr in den Ruhestand. Abgelöst wird sie in der Leitungsfunktion von Reto Schneiter (Solothurn-Grenchen – seit Herbst 2006). Neue Beraterin in Olten wird Elena Pallas. Bereits letztes Jahr wurde Brigitta Hügin Furrer (Solothurn) pensioniert. Abgelöst wurde sie von der Paar- und Familienberaterin Nadia Wiedmer. Auf dem Sekretariat hat Rebekka Sauser Karin Hafi-Probst abgelöst.

Schliesslich präsentierten drei Beraterinnen Fallbeispiele. Heuer standen diese unter dem Titel «Verzeihen und Versöhnen»: Die Versöhnung von Schwiegermutter und Schwiegertochter nach einem Beziehungsabbruch zeigte, dass ein Konflikt nicht immer viel Aufarbeitung braucht. Eindrücklich: die Geschichte einer Jugendlichen, vor der sich der Vater jahrelang immer wieder entblösst hatte und die vom schulpsychologischen Dienst auf der Fachstelle angemeldet worden war. Nach vielen Gesprächen mit dem Mädchen gab es Termine mit den Eltern und schliesslich ein Gespräch mit Vater und Tochter. «Beide weinten», erzählte Beraterin Therese Hulmann. «Die mehrfachen Entschuldigungen des Täters waren für das Opfer sehr wichtig. Das Kind trägt bei sexuellen Übergriffen niemals Schuld, doch oft fühlt es sich schuldig. Hier ist Verzeihen ein langer Prozess.» (dd)

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