Konjunktur

Exporte gesunken - Solothurner Wirtschaft steckt in Wachstumsdelle

Hauptgrund für die gegenwärtige Wachstumsdelle ist laut Experte die abgeschwächte Auslandsnachfrage in Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. (Symbolbild)

Hauptgrund für die gegenwärtige Wachstumsdelle ist laut Experte die abgeschwächte Auslandsnachfrage in Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. (Symbolbild)

Die Solothurner Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal unterdurchschnittlich entwickelt. Dies zeigt der aktuelle Konjunkturindikator der Solothurner Handelskammer.

Gegenüber dem Vorjahresquartal habe sich die kantonale Wirtschaftsleistung zwar um 0,7 Prozent erhöht, aber schweizweit betrug das Wachstum 1,2 Prozent, wie Christian Hunziker, Projektleiter bei der Handelskammer, erklärt. «Damit entwickelt sich Solothurn spürbar schwächer als der nationale Durchschnitt.» Gestern vermeldete das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für das zweite Quartal ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Eine entsprechende Entwicklung auf kantonaler Ebene kann Hunziker nur abschätzen, weil es auf Quartalsniveau keine Zahlen für die Kantone gebe. Er geht davon aus, dass die Solothurner Wirtschaftsleistung stagniert habe.

Euro drückt Exporte

Hauptgrund für die gegenwärtige Wachstumsdelle sei die abgeschwächte Auslandsnachfrage in Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Denn nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung seien die wertmässigen Ausfuhren aus dem Kanton Solothurn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,5 Prozent zurückgegangen.

Insbesondere litten die Ausfuhren nach Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt. Dort resultierte ein Rückgang um 7,5 Prozent. Dagegen wuchsen die Lieferungen nach Nordamerika mit 27,5 Prozent überdurchschnittlich. Für das ganze Jahr 2015 erwartet Hunziker eine stagnierende Wirtschaftsentwicklung. Das Seco seinerseits rechnet für die Schweiz mit einem Jahresplus von 0,8 Prozent. (FS)

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