Amtsgericht Solothurn-Lebern

Ex-UBS-Banker wird zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Gebäude der UBS in Grenchen. (Archiv)

Das Gebäude der UBS in Grenchen. (Archiv)

8,7 Millionen Franken Schaden und über 162 Betrogene hat ein Grenchner Ex-Banker zurückgelassen. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilte den wundersamen Geldvermehrer nun zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilt einen früheren Banker der Grenchner UBS-Filiale zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren wegen qualifizierter Veruntreuung. Der Italiener hatte während sechs Jahren nebenbei «Privatkunden» fantastische Gewinne versprochen und nach dem Platzen seines Schneeballsystems einen Schaden von über 8 Millionen Franken hinterlassen.

«Als Ansprechpartner der hauptsächlich italienischsprachigen Kunden der Grenchner UBS-Filliale genoss er ein sehr hohes Ansehen», sagte Amtsgerichtsstatthalter Claude Schibli zur Höhe der Strafe. Dieses Vertrauen zu missbrauchen sei in den Fällen, wo es sich um die einzigen Ersparnisse oder die Altersvorsorge seiner Opfer gehandelt habe, besonders skrupellos gewesen.

Haft für Ex-UBS-Banker

Haft für Ex-UBS-Banker

Die Grenze zur vorsätzlichen, qualifizierten Veruntreuung zog das Gericht am 1. Januar 2004. «Ab diesem Zeitpunk war ganz sicher klar, dass es nicht mehr möglich sein wird, die Verpflichtungen zu erfüllen. Für die Zins und Kapitalrückzahlung musste immer wieder neues Kapital generiert und veruntreut werden», begründete das Gericht.

Wie umfangreich die zu bearbeitenden Unterlagen waren, kann anhand des Honorars der Verteidigung abgeschätzt werden: 83 000 Franken, die aus der Staatskasse vorgeschossen werden, genehmigte das Amtsgericht der Verteidigung.

Der ehemalige UBS-Banker wurde auf die Rückerstattung von über 8 Millionen Franken behaftet und auch die Prozesskosten muss er zahlen. Viel wird aber nicht zu holen sein: Als einziges Vermögen wird sein Haus in Italien zur Tilgung der Schulden verwertet. «Die umfangreichen Ermittlungen der Polizei haben keinen Hinweis gebracht, dass er Geld zu seinen Gunsten auf die Seite geschafft hätte», hielt das Gericht fest.

Ziemlich genau die Hälfte seiner Strafe hat der ehemalige UBS-Banker übrigens bereits in Untersuchungshaft und im vorzeitigen Strafvollzug abgesessen. 

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