Pornografie-Verdacht
Ex-Lehrer als Junioren-Trainer in Lommiswil per sofort entlassen

Ein inzwischen entlassener Lehrer hat in der Mümliswiler Schul-Garderobe heimlich Filmaufnahmen gemacht. Recherchen haben ergeben, dass der 35-Jährige als Juniorentrainer beim FC Lommiswil aktiv ist. Dessen Präsident Jean-Claude Gerber nimmt Stellung

Theodor Eckert
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Der Junioren-Trainer des FC Lommiswil wurde als Lehrer in Mümliswil entlassen. Jetzt auch als Trainer. (Symbolbild)

Der Junioren-Trainer des FC Lommiswil wurde als Lehrer in Mümliswil entlassen. Jetzt auch als Trainer. (Symbolbild)

Marcel Siegrist

Herr Gerber, Sie beschäftigen einen Mann, der sich ganz offensichtlich zu Knaben hingezogen fühlt. Wie können Sie das verantworten?

Jean-Claude Gerber, Präsident FC Lommiswil

Jean-Claude Gerber, Präsident FC Lommiswil

zvg

Seit wann war er beim Verein tätig?

Zum Saisonstart 1. Juli ist er zu uns gestossen.

Gab es auffällige Vorkommnisse, die sie hätten stutzig machen müssen?

Nein, in keiner Form. Ich bin am Mittwoch aus allen Wolken gefallen als ich von der Vergangenheit dieses Juniorentrainers gehört habe.

Der Fall

Freitag, 22. Mai 2012, in Mümliswil SO: Bei schummrigem Licht im Hallenbad Brühl werden spätabends ein Mann und zwei Buben beim Planschen entdeckt. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Lehrer handelt, der in Mümliswil und Holderbank unterrichtet. Die Buben stammen von auswärts. Bereits am nächsten Tag wird der Lehrer per sofort freigestellt und mit Hausverbot belegt. Die Massnahme wurde von nicht wenigen Eltern massiv kritisiert, schliesslich galt der Lehrer als tüchtig und kollegial. (wak)

Nun hat die Schulleitung die Bestätigung dafür erhalten, dass sie richtig gehandelt hat: Der entlassene Lehrer wurde wegen mehrfacher Herstellung von Pornografie verurteilt. Er hat Knaben in der Garderobe beim Umkleiden gefilmt. Zwar ist der Strafbefehl noch nicht rechtskräftig, da der Mann Einspruch erhoben hat. (wak)

Sind Sie bei der Auswahl zu wenig kritisch gewesen?

Offenbar müssen wir in Zukunft noch besser hinschauen.

Wie ist es zur Beschäftigung gekommen?

Es ist sehr schwierig, auf dieser Stufe geeignete Leute zu finden. Ausser Spesen können wir nicht viel bieten. Da muss jemand schon Freude an der Arbeit haben. Wir haben ein Inserat geschaltet. Er war der einzige, der sich gemeldet hat. Er hatte Erfahrung und hat einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen.

Wie geht der Verein nun mit der Situation um?

Wir informieren alle Eltern telefonisch darüber, was geschehen ist. Zudem werden wir eine Fachperson beziehen, die den Junioren den Sachverhalt erklärt. Ich bedaure diese Entwicklung und hoffe, dass wir möglichst rasch wieder zum Alltag übergehen können.