Obergericht
Ex-Freundin brutal erstochen: Eritreer wird zu 18,5 Jahren Gefängnis verurteilt

Das Solothurner Obergericht verurteilt den Eritreer, der im Oktober 2013 in Trimbach seine Ex-Freundin vor den Augen der Kinder umbrachte, zu 18,5 Jahren Gefängnis. «Es war ganz klar ein Mord», so die Richter.

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Im Oktober 2013 hatte der Eritreer Tekie T. (Name geändert) in Trimbach die Mutter seiner beiden Söhne mit 20 Messerstichen getötet. Das Solothurner Obergericht bestätigt in den Grundzügen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Olten-Gösgen. «Es handelt sich um nichts anderes als einen klaren Mord, begangen aus Eifersucht und Rage», sagte Oberrichter Hanspeter Marti anlässlich der Urteilsverkündung.

Er sprach von einer skrupellos und gefühlskalt durchgeführten Tat. Das Obergericht verurteilte Tekie T. zu einer Freiheitsstrafe von 18,5 Jahren. Das Amtsgericht hatte die Freiheitsstrafe noch auf 19,5 Jahre festgesetzt. Den Unterschied machte aber nicht der eigentliche Mord, sondern der zweite Anklagepunkt.

Das Obergericht befand, dass das Amtsgericht die Gesamtstrafe wegen der versuchten schwere Körperverletzung, begangen einige Monate vor dem Mord im Anschluss an einen Raufhandel beim Oltner Bahnhof, zu stark erhöht habe.

Die Bluttat von Trimbach erfülle die Mordqualifikation gleich doppelt, erläuterte das Obergericht, nämlich hinsichtlich der niedrigen Beweggründe und der Brutalität der Ausführung der Tat. «Der ausgeprägte Vernichtungswille wiegt besonders schwer», sagte Marti. «Er liess sich selbst durch das Bitten seiner Kinder nicht davon abbringen, weiter auf das Opfer einzustechen.»

Weiter wurde Tekie T. dazu verurtelit, an jedes der beiden Kinder eine Genugtuung von je 70 000 Franken zu zahlen. Die Schwester, die sofort nach dem Mord in die Schweiz gereist war und sich seither als Ersatzmutter um die Kinder kümmert, erhält eine Genugtuung von 15 000 Franken. Da der Mörder das Geld nicht aufbringen kann, wird die Opferhilfe einspringen müssen, die aber erfahrungsgemäss nur einen Teil der gesprochenen Genugtuungssummen auszahlen kann. (hps)

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