Gebeutelt schien die Solothurner FDP in den vergangenen Jahren. Zuletzt, bei den Wahlen im Mai, verlor sie gar ihren zweiten Regierungsratssitz - auch weil die Partei in den Städten kaum punkten konnte. Jetzt soll der Stadt-Oltner Stefan Nünlist die Partei in die Zukunft führen. Die Parteileitung hat am Mittwochabend ein Hearing mit zwei potentiellen Kandidaten durchgeführt, aus dem Nünlist als Sieger hervorgegangen ist. 

Stefan Nünlist überzeuge insbesondere durch seine kommunikativen Fähigkeiten, stellte der abtretende Präsident Christian Scheuermeyer am Samstagmorgen seinen designierten Nachfolger den Medien vor. Nünlist selbst sagte, dass er mit der nach wie vor grössten Partei im Kanton Wählerschichten ansprechen möchte, die sie derzeit nicht - oder nicht mehr - erreicht: Junge, Nicht-Wähler und auch ein städtisches Milieu. Zudem müsse die FDP ihre traditionellen Werte selbstbewusst vertreten.  

Weitere Kandidaturen theoretisch möglich

Noch allerdings haben die Parteidelegierten das letzte Wort. Sie entscheiden am 29. August in Mümliswil. Bis dahin seien spontane Gegenkandidaturen grundsätzlich möglich, so Scheuermeyer. Vierzehn Gespräche sind laut Peter Hodel, dem Präsidenten der Findungskommission, insgesamt geführt worden. Vier wurden nach einer ersten Runde weiterverfolgt. „Zwei Personen zogen schliesslich eine Kandidatur ernsthaft in Betracht“, so Hodel. Namen nennt die Partei keine. 

Nünlist ist nach Auffassung der FDP-Geschäftsleitung prädestiniert, "den Solothurner Freisinn zum Erfolg zu führen". Der 55-jährige Oltner ist Fürsprech und Notar. Er war einst in den diplomatischen Dienst eingetreten, arbeitete später aber als persönlicher Mitarbeiter zweier FDP-Bundesräte und wechselte schliesslich in die Unternehmenskommunikation. Seit Septemer 2013 ist er Leiter Unternehmenskommunikation bei der Swisscom AG. Nünlist sass 13 Jahre für die FDP im Oltner Gemeinderat, den er 2006/2007 präsidierte. Von 1997 bis 2001 war er zudem Präsident der Stadtpartei Olten. Nünlist ist 55-jährig, geschieden und hat einen erwachsenen Sohn. (szr)